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Um eine Weigelie die nicht blüht, um Buchs den es zu verpflanzen gilt und um die optimale Kultur der Kartoffel geht es in diesem GARDENA-Newsletter. Doch lesen Sie selbst:

Frage von Rosi H.:

Sehr geehrter Pflanzenexperte,
habe vor 4 Jahren den Garten übernommen, inklusive einer Weigelie. Leider hat sie in den letzten 4 Jahren kaum geblüht (jährlich im Juni nur ca. 4-6 Blüten, in dunkelrot). Habe sie vor 2 Jahren im Herbst etwas zugeschnitten und letztes Jahr im Herbst überhaupt nicht. Sie steht halbschattig (morgens und mittags Sonne, nachmittags und abends schattiger). Was kann ich tun, um die Pflanze kräftig zum Blühen zu bringen? Für einen Tipp wär ich dankbar. - Anhang: Bild von der Weigelie.

GARDENA Gartenexperte:

Das Bild, das Sie beigefügt haben, liebe Frau H., zeigt eine recht vitale Weigelie. Sie hat in diesem Jahr offenbar viele Jungtriebe gebildet. Es sind diese Triebe, die dann im nächsten Jahr die Blüten tragen müssten. Das bedeutet für den Schnitt der Weigelie: Lichten Sie sie ruhig etwas aus, wenn es denn überhaupt erforderlich ist, aber achten Sie darauf, dass dabei jeweils ausreichend solcher einjähriger Triebe erhalten bleiben, damit sie im folgenden Sommer auch ausreichend blühen kann.
Was den Standort angeht, so sollte der von Ihnen beschriebene Wechselschatten durchaus ausreichen, um genügend Blüten auszubilden – wenngleich die Weigelie schon ein Strauch für sonnige Plätze ist.
Und letztlich ist da noch die Düngerversorgung: Versorgen Sie den Strauch im zeitigen Frühjahr mit etwa zwei, drei Litern Kompost pro Quadratmeter oder mit ca. 50 Gramm/Quadratmeter Volldünger, damit der üblicherweise recht stark wachsende Strauch auch hinreichend Futter für die Anlage und Ausbildung von Blüten hat.
Wenn das alles nicht helfen sollte, käme als letzte Möglichkeit ein Standortwechsel der Weigelie in Frage.


Frage von Alfred K.:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich starte nochmals einen Versuch, mit der Bitte um Antwort. Wir haben einen Buchsbusch im Kübel und möchten diesen Busch nun in die Erde verpflanzen. Wann ist die richtige Zeit, was ist zu beachten und wann ist die beste Zeit zum Formschnitt? Ich hoffe, eine Antwort zu bekommen.

GARDENA Gartenexperte:

Ich antworte Ihnen sehr gerne, lieber Herr K., nur ist es so, dass wir nicht immer alle Antworten in einem Newsletter unterbringen. Aber Sie haben gut daran getan, im Zweifelsfalle noch einmal zu unterstreichen, wie wichtig Ihnen Ihre Anfrage ist. So also hier nun die Antwort für Sie:
Der September ist eine gute Zeit dazu und jetzt, Ende September, ist es noch ausreichend früh genug. Je besser der Buchs als eine Immergrüne Pflanze (die ja auch im Winterhalbjahr Wasser veratmet) eingewachsen ist, desto stabiler kommt sie dann durch den Winter. Im Grunde ist es also optimal, den Buchs bereits im Frühjahr zu setzen, damit er bis zum Frost richtig eingewachsen ist. Jetzt aber den Buchs über Winter bis zum Frühjahr im Kübel zu belassen, das wäre auch nicht zwingend korrekt, weil eben Kübelpflanzen (auch im Grunde frostfeste) im Kübel immer frostgefährdeter sind als im Boden eingewachsene.
Sofern Sie also nun Ihren Buchs noch in den Garten pflanzen: Setzen Sie ihn in tiefgründig lockeren Boden und halten Sie ihn gleichmäßig feucht. Speziell bei tief gefrorenem Boden gilt: Schützen Sie ihn dann besonders vor Austrocknung. Er verdunstet ja weiter und kann aus dem gefrorenen Boden ggf. kein Wasser mehr ziehen (die meisten „erfrorenen“ Pflanzen sind tatsächlich vertrocknet!). Nehmen Sie als Abdeckung ein Gartenvlies und/oder Fichtenreisig. Eine solche Abdeckung ist eigentlich jedes Jahr günstig für Buchs und andere Immergrüne, speziell im Spätwinter, ab Ende Januar, wenn die Sonne wieder kräftiger wird, aber die Kahlfröste (Fröste in schneearmer Zeit, der luftreiche Schnee ist ja auch ein gewisser Frostschutz) drohen.
Schneiden Sie den Buchs entweder zweimal im Jahr (einmal im Mai, ein zweites Mal im Juli/August), dann, wenn Sie die Pflanze noch wachsen lassen und dabei gleichzeitig formieren wollen. Auf diese Weise nutzen Sie nämlich zwei Austriebe. Rückschnitt dann jeweils um ein Drittel bis die Hälfte des Neutriebes. Wenn die Pflanze aber ausgewachsen ist und nur noch in der Größe erhalten werden soll, dann schneide ich persönlich lieber nur einmal im Jahr, nämlich im Spätsommer, Herbst, wenn kein Johannistrieb (der zweite Austrieb im Jahr, nach ende Juni) mehr zu erwarten ist. Dann bin ich mit einmal Schneiden damit fertig und muss mir die Arbeit nicht zweimal machen.


Frage von Wolfgang S.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
gibt es Gemüse- oder Gründüngungspflanzen, die sich in besonderer Weise nach dem Kartoffelanbau zur Neutralisierung des Bodens für einen erneuten Kartoffelanbau an gleicher Stelle eignen? Oder ist dies alles nur eine Frage der Wartezeit von einigen Jahren?

GARDENA Gartenexperte:

Ihre Frage klingt einfach, lieber Herr S., aber sie hat es in sich, denn da kommen mehrere Aspekte gemeinsam zum Tragen – und das macht es komplex. Gleichwohl will ich versuchen, Ihnen diese Vielseitigkeit kompakt zu beantworten.
Sie haben Recht, Kartoffeln als Starkzehrer im Beet sollten nicht wieder unmittelbar mit Kartoffeln nachgebaut werden – einmal der Düngerversorgung wegen, zum anderen des möglichen Befalls mit Nematoden wegen und letztlich auch der Infektion mit Blattkrankheiten wegen. „Neutralisieren“ im eigentlichen Sinne, das geht so nicht. Im konventionellen Intensivanbau werden die Böden vor dem Anbau der Kartoffeln chemisch gereinigt, im Hausgarten geht man da etwas anders vor. Und selbst in der Landwirtschaft hält man eine Fruchtfolge ein, nach der Getreide nach Hackfrüchten (wie eben Kartoffeln) angebaut werden, um Bodenmüdigkeit vorzubeugen.
Im Garten bettet man die Kartoffel, wenn man es halbwegs professionell machen will, in ein so genanntes Kulturschema ein. Das bedeutet eine Jahresplanung dessen, was man im Garten auf einem Beet anbauen möchte und umfasst üblicherweise eine Vorkultur, eine Hauptkultur und, als quasi Jahresabschluss, auf der Fläche eine so genannte Nachkultur. Man beginnt also das Gartenjahr in diesem Falle mit beispielsweise Kopfsalat, Radieschen, Spinat oder Melde, setzt nach dem Abernten im Mai die Kartoffel als Hauptkultur und geht dann im Sommer in die Nachkultur mit z. B. Herbstradieschen, Winterporree, Kohlrabi oder dergleichen. Wenn zwischendrin eine Zeitlücke bleibt, kann man auch noch schnell eine Zwischenkultur einschieben, wie Kresse oder Schnittsalat. Damit ist das Beet das Gartenjahr über gut ausgenützt.
Ein weiterer Aspekt kommt an dieser Stelle hinzu: Der Begriff von der Kartoffel als Starkzehrer ist bereits gefallen. So unterscheidet man generell die Gemüsepflanzen (geht prinzipiell auch bei Zierpflanzen) in Stark-, Mittelstark- und Schwachzehrer – je nach dem, wie stark sie Nährstoffe aus dem Boden ziehen. Schwachzehrer sind z. B. die meisten Kräuter, Bohnen, Erbsen, Radieschen, Feldsalat; Mittelzehrer sind z. B. Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Kürbis, Mangold, Melonen, Paprika, Porree, Radies, Rettich, Salat, Sellerie, Schwarzwurzeln, Tomaten, Zucchini und Zwiebeln; Starkzehrer sind z. B. Erdbeeren, Kartoffeln, Kopfkohl, Möhren, Rhabarber, Rote Bete, Spinat. Ich habe festgestellt, dass die Angaben dazu je nach Quelle etwas variieren, deswegen rate ich eher zu seriösen Quellen wie als zu Halbwissen aus dem Internet.
Im Rahmen der zuvor beschriebenen Fruchtfolge beachtet man nun als einen weiteren Aspekt, dass man in dieser Kette von Vor-, Haupt- und Nachfrucht zugleich auch die regelmäßige Abfolge erst Starkzehrer, dann Mittelstarkzehrer, Schwachzehrer, Gründüngung einhält. Es ist also fast wie Kreuzworträtsel – man nimmt sich ein Blatt Papier, skizziert sein Beet und teilt darin seine Beetteile mit der erforderlichen Fruchtfolge ein. Und in die Fruchtfolge fügt man dann konkret seine Zehrer ein. Und schon hat man, für viele Jahre fortlaufend, sein Anbauschema für Kartoffeln. Auf der Website finden Sie meine Erläuterungen bildlich dargestellt, das hilft möglicherweise beim Verständnis. Ermutigung meinerseits: Es ist nicht wirklich kompliziert, man muss sich nur einmal komplett reindenken und es selbst mal durchspielen.
Mit Gründüngungspflanzen für den Kartoffelanbau – auch danach hatten Sie gefragt – hat man Ertragssteigerungen (ca. 2-12 Prozent) erreicht durch die Zwischenkultur von jeweils wahlweise Zottelwicke, der Mischung aus Weißer und Blauer Lupine, Sommerraps, Welschem Weidelgras und Phacelia, Winterwicke, Ölrettich, weißer Senf, Landsberger Gemenge und dem so genannten Meliorationsgemenge (gibt’s alles im Landhandel). Dabei wurde die Gründüngung aber als Nachfrucht angebaut und im Herbst in den Boden eingearbeitet. Gründüngung dient in diesem Fall als Bodenverbesserung (Nährstoffanreicherung, Humusversorgung, Bodenlockerung).
Speziell gegen Nematoden im Boden (siehe oben) sät man in anderen Fällen im Garten Tagetes, speziell die großwüchsige (Tagetes erecta). Das sollte gegen Kartoffel-Nematoden auch wirken.
Schlussendlich: Sie sehen, lieber Herr S., mit dem andauernden Kartoffelanbau auf gleicher Fläche ist das so eine Sache. Aber wenn Sie die Fläche aufteilen und darauf dann noch das beschriebene „Flächenmanagement einführen“, dann steht dem ertragreichen Anbau der tollen Knolle in Ihrem Garten kaum mehr etwas im Wege.
Die Nachbarn der Kartoffeln im Beet, also die Mischkulturpartner, will ich Ihnen auch noch eben nennen: Günstige Mischkulturpartner sollen sein Kümmel (angebliche Geschmacksverbesserung) und Kapuzinerkresse; als ungünstige hingegen sind angegeben Erbsen, Gurken, Knoblauch, Kohl, Rote Bete, Sellerie, Tomate, Zwiebel.

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