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In dieser Ausgabe Ihres GARDENA-Newsletters steht (neben dem Walnussbaum) der Rasen im Vordergrund der beantworteten Fragen. Weitere Rasenfragen haben uns speziell zur Beseitigung von Rasenunkräutern erreicht, zum Teil geht es da um spezielle Problemunkräuter. Dieses Thema werden wir im Laufe einer der folgenden GARDENA-Newsletter aufgreifen, eventuell als Special. Doch hier nun erst einmal wieder die aktuellen Antworten auf Ihre in letzter Zeit zugesandten Fragen:

Frage von Thomas B.:

ich habe zwei Fragen zu Erscheinungen in meinem Rasen.
Die Rasenanlage ist zwei Jahre alt. Als Rasensamen wurde „Berliner Tiergarten“ genutzt. Der Untergrund besteht aus Sandboden mit Lehm, auf den ca. 10 cm Mutterboden aufgebracht wurde. Über eine Bewässerungsanlage wird der Rasen regelmäßig bewässert. Nun zu den beiden Fragen.

1.
Ich habe manchmal Stellen im Rasen, wo das Gras ein bläulich-silberne Farbe bekommt. An diesen Stellen ist der Rasen dann auch sehr empfindlich. Wenn ich dort stehe, ist das Gras sofort zusammengedrückt und stellt sich nur sehr schlecht wieder auf.
In der Regel verschwinden diese Stellen nach einigen Wochen auch wieder. Sie waren auch voranging in den Monaten April-Juni zu beobachten. Können Sie mir sagen, was dafür die Ursache sein könnte?

2.
In den letzten Wochen zeigen sich vermehrt braune Stellen. Es sind zunächst kleine braune Flecken, die dann aber zu größeren Stellen „zusammenwachsen“. Ich habe diese Flecken fast über die gesamte Rasenanlage verteilt. Es besteht kein örtlicher Zusammenhang mit dem Erscheinungsbild von 1. Ich habe mich inzwischen belesen und vermute die Rotspitzigkeit dahinter.
Zu Beginn sind an den Grasspitzen rote Verfärbungen zu erkennen. Ich habe mir auch die Grasnarbe angesehen, konnte dort aber nichts Verdächtiges finden.
Teilen Sie meine Vermutung? Was kann hierfür die Ursache sein, wie bekämpfe ich diese (am besten ohne Neuanlage) und welche Vorbeugemaßnahmen kann ich treffen?

GARDENA Gartenexperte:

Sie wissen, lieber Herr B., unbesehen ist der passende Rat schwierig, aber auf der Basis Ihrer Erläuterungen möchte ich Ihnen folgendermaßen antworten: Die bläulich-silbernen Stellen im Rasen deuten auf eine zeitweilige Stickstoff-Überversorgung hin. Es liegt im Boden offenbar eine zeitweilig stark fließende Stickstoffquelle vor, aus der sich der Rasen dann üppig bedienen kann. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn im Boden organische Masse mit eingearbeitet wurde (alte Grassode an der Stelle oder sonst etwas vergleichbares), die nun so weit zersetzt ist, dass die Nährstoffe jetzt pflanzenverfügbar geworden sind. Oder es liegt an einer Stelle eine besonders starke mineralische Düngung vor im Sinne einer lokalen Überdüngung. Gerade bei starker Stickstoffdüngung wird der Halm grünblau mit silbrigem Glanz und eben auch sehr weichhalmig – die vermutliche Erklärung passt also zu Ihren Beobachtungen. Was die zweite Frage angeht, so bedeutete eine tatsächliche Infektion Ihres Rasens mit der Rotspitzigkeit, dass sie durchaus konform geht mit dem ersten gerade beschriebenen Aspekt, der Stickstoffüberdüngung. Denn gerade Rotspitzigkeit tritt auf reichlich mit Stickstoff versorgten Rasenflächen vergleichsweise häufiger auf, ebenso bei Kalimangel. Der Befall ist umso eher dann heftig, wenn in der Rasensaatgutmischung viel Wiesenrispe (Poa pratensis) enthalten war, denn diese ist für den Pilz besonders empfänglich. Ihre Rasensaatgutmischung enthält aber zum Zeitpunkt der Aussaat nur fünf Gewichtsprozente davon. Üblicherweise müssen Sie den Blattpilz nicht mit einem Rasenfungizid behandeln, weil von ihm vornehmlich alte Blätter befallen werden, die eh weitestgehend abgemäht und die vor allem aber von neuen Halmen überwachsen werden. Lediglich sollten Sie akut befallene Rasenflächen nicht mit dem Schnittgut mulchen und sollten zudem dieses Schnittgut nur dann selbst kompostieren, wenn es tatsächlich heiß verrottet und sich somit selbst sterilisiert. Andernfalls das Mähgut besser der Kompostieranlage zuführen.


Frage von Simone W.:

seit kurzem hat unser Rasen unterschiedlich große braune Flecken.
Was ist das und was können wir tun?

GARDENA Gartenexperte:

In den von Ihnen mitgeschickten Bildern meine ich ein weißes Pilzgeflecht zu erkennen. Das könnte ein Befall mit Schneeschimmel sein. Verursacher ist der Pilz Gerlachia nivalis. Der Pilz kommt im Wesentlichen bei Temperaturen bis 20 °C vor und bei hoher Luftfeuchtigkeit. Üblicherweise verwächst sich das bald wieder, es muss nur in Ausnahmefällen mit einem Rasenfungizid behandelt werden. Am einfachsten die befallenen Stellen mit dem Handvertikutierer herausarbeiten und den Abfall in die Biotonne packen. Danach ggf. die entstehenden Kahlstellen mit etwas Saatgut ansäen. Zur Vorbeugung sollten Sie jetzt im Herbst auf späte, vor allem einseitige (d.h. ohne zugleich ausreichende gaben von Kalium) Stickstoffdüngung verzichten, das Falllaub gründlich entfernen und den Rasen im Frühjahr beizeiten vertikutieren. Kalkung auch erst im Frühjahr, nicht mehr im Herbst. Eine rundum gut belüftete Rasenfläche, die ihn nach Niederschlägen schnell abtrocknen lässt, ist der beste Schutz gegen die weit verbreitete Pilzkrankheit.


Frage von Renate und Karl Heinz K.:

in unserem Garten stehen zwei Nussbäume, einer davon hat rote Nüsse (ca. 30 Jahre alt). Dieser Nussbaum zeigt seit ein paar Jahren Veränderungen auf den Blättern und vereinzelt auch auf den Nüssen. Nun zeigt der zweite Nussbaum mit gelben Nüssen (ca. 50 Jahre alt) ebenfalls diese Veränderungen, nur in einem sehr ausgeprägten Ausmaß: Etwa 3/4 aller Blätter sind befallen, siehe mitgeschickte Bilder Nr. 2, 5, 6 u. 7. Die Bilder 3 und 4 zeigen ein anderes Schadbild, das zwar deutlich seltener vorkommt, aber doch. Der Nussbaum mit den roten Nüssen steht alleine, der mit den gelben Nüssen neben einer ebenfalls ca. 50-jährigen Föhre. Beide Bäume berühren sich und einige Äste wachsen ineinander. Allerdings auch die Föhre verliert immer mehr Nadeln, die dürr und braun werden. Last, but not least, steht ein Hibiskus unter dem alten Nussbaum und dieser bekommt seit ca. zwei Wochen gelbe Blätter, diese werden braun und fallen ab - siehe Bilder "Hibiskusproblem 1 und 2".
Wir bitten um ihre Hilfe! Um welche Krankheit kann es sich handeln? Was wären Sofortmassnahmen? Was wäre langfristig zu unternehmen? Kann es sich um die "Marssonina-Blattfleckenkrankheit" handeln? Kann es einen Zusammenhang zwischen Föhre und Nussbaum - durch deren Berührungen - geben? Kann der Hibiskus auch durch den Nussbaum schaden erlitten haben? - Wir sind ratlos und verzweifelt!
Liebe Grüße an Natur im Garten und ein herzliches Dankeschön im Voraus für ihre Bemühungen

GARDENA Gartenexperte:

Das sind eine ganze Reihe von Fragen, liebe Familie K., gehen wir sie also mal der Reihe nach durch: Es ist tatsächlich so, dass Walnüsse in den letzten Jahren verbreitet immer häufiger und Stärker von Pilzerkrankungen der Blätter und der Früchte befallen werden. Das kann im Einzelfall die Marssonina-Blattfleckenkrankheit ebenso bedeuten, wie den gleichfalls bakteriell verursachten Xanthomonas-Befall. Speziell gegen die Blattpilzerkrankungen gibt es derzeit kein spezifisch wirksames Vorgehen, indem es keine Präparate gibt, die hier zur Anwendung an Walnuss im Hausgarten zugelassen wären. Allerdings kann ich da nur für den deutschen Markt sprechen, vermute aber, dass das bei Ihnen in Österreich vergleichbar sein dürfte. Grundsätzlich können Sie versuchen, z. B. Marssonia mit einem Breitband-Fungizid mit Obstbau-Zulassung zu erfassen. Ihre vorgelegten Bilder deuten aber weniger in eine Richtung Pilzinfektion, auch Bild 4 nicht, sondern in Richtung Blattgallmilben, speziell Aceria-Arten und (Bild 4) Eriophyes-Arten. Hier müssten Sie dann entsprechend ein Insektizid gegen Blattgallmilben wählen – möglicherweise ein systemisch wirksames, damit auch die in den Gallen versteckten Tiere mit erfasst werden. Spätestens beim Einsatz eines systemischen Mittels müssen Sie prüfen, wie es sich dann mit der Verzehrbarkeit der Früchte verhält!
Was den Nadelabwurf der Kiefer betrifft, so ist das unbedenklich, so lange die älteste Nadelgeneration abgeworfen wird. Auch Koniferen werfen einmal im Jahr alte Belaubung, sprich: Nadeln ab, üblicherweise im Spätsommer.
Der Hibiskus letztlich scheint unter der Walnuss vergleichsweise trocken und Nährstoffärmer zu leben, wie Ihre Blattbilder zeigen. Das wundert nicht weiter insofern, als die Walnuss mit ihrem dichten Herzwurzelwerk einen Bewuchs im Traufenbereich ihrer Krone deutlich erschwert. Achten Sie hier auf ausreichende Bodenbelüftung, Wasserführung und Nährstoffversorgung auch mit Spurenelementen wie Zink und Mangan.

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