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Herbstzeit – Jagdzeit. Herrn K. beantworten wir daher aktuell die Frage, wie er seine Weißen Fliegen im Gewächshaus mithilfe eines eifrigen Jägers, nämlich einer nützlichen Schlupfwespe, gezielt bekämpfen kann. Auch Herr L. hat Fragen zu seinem Gewächshaus und dazu gesellen sich eine Reihe weiterer, herbstlich interessanter Gartenfragen von weiteren Lesern und Leserinnen des GARDENA Newsletters. Also: Brühen Sie sich bei dem Wetter dieser Tage einen heißen Tee auf und stöbern Sie in den zahlreichen nun folgenden Informationen. Fragen Sie auch dann den GARDENA Gartenexperten, wenn auch Ihr grünes Wohnzimmer Sie zu Stirnrunzeln veranlasst! In jedem GARDENA Newsletter können wir nämlich einige der eingehenden Fragen beantworten – und tun das auch sehr gerne für Sie!

Frage von Roswitha K.:

Ich habe durch widrige Umstände versäumt, meine beiden Johannisbeer- und Stachelbeerhochstämme nach der Ernte zu schneiden. Wann kann ich das nachholen?

Der GARDENA Gartenexperte:

Den verpassten Sommerschnitt können Sie ohne Probleme auch noch kommenden Februar/März als Winterschnitt ausführen, liebe Frau K.. Den Sommerschnitt macht man ja hauptsächlich deswegen, weil durch den Schnitt während oder nach der Ernte die Wunden schneller verwachsen. Im Juli findet ja das Dickenwachstum der Gehölztriebe statt und das wirkt sich auf üppiges Wachstum des Wundgewebes aus. Zudem ist es bequemer, Stachelbeeren von den herausgeschnittenen Zweigen zu zupfen, als mit der erntenden Hand in der dornenbewehrten Stachelbeere herumzuhantieren.


Frage von Frauke F.:

Ist es jetzt günstig die Haselnusssträucher zu schneiden? Außerdem wundere ich mich, dass meine Himbeeren und Johannisbeeren zu wenig tragen, woran könnte es liegen? Jetzt habe ich eine Brombeerpflanze bei Ihnen bestellt und erhalten oder ist es nur möglich, diese in größerer Stückzahl anzusiedeln?

Der GARDENA Gartenexperte:

Sobald mit dem Frost die Haselnussblätter von den Zweigen verschwunden sind, liebe Frau F., haben Sie den besten Überblick über die Gehölzstruktur und tun sich dann mit dem zielgerichteten Rückschnitt umso leichter. Insofern: Ja, ab jetzt und bis zum Beginn der Blüte im Spätwinter, ist es eine gute Zeit, die Haselnusssträucher zu schneiden. Haselnusssträucher sind ebenso wüchsig wie widerstandsfähig. Diese kann man daher auch gut im Winter schneiden ohne befürchten zu müssen, dass wetterbedingte Wundbeeinträchtigungen passieren. Wenn Sie keinen Wert auf Fruchtertrag legen, können Sie die Arbeiten auch noch nach der Blüte, bis zur Zeit des Blattaustriebes, bis etwa Ende März, erledigen.
Warum das mit dem zufrieden stellenden Ertrag bei Ihren Himbeeren und Johannisbeeren nicht klappt, kann ich unbesehen aus der Entfernung leider nicht beurteilen. Ist es ein Problem nur des zu Ende gehenden Gartenjahres? Dann könnten Gründe vorliegen wie beispielsweise Spätfrost in die Blüte hinein, zu wenig Bienenflug zur Bestäubungszeit, mangelhafte Fruchtentwicklung durch Frühjahrstrockenheit, Pilzbefall der jungen Früchte mit Botrytis (Grauschimmelfäule) durch die sommerliche Nässe, mangelhafte Pflanzenernährung und dergleichen.
Wenn es jedoch ein Dauerproblem ist, welches nicht aus Ihrer Frage hervorgeht, dann spielen weitere Aspekte mit hinein: Passender Standort? Pflanzen nicht zu tief gepflanzt? Keine Bodenverdichtungen? Himbeer-Standort ausreichend humös? Krankheiten (Verrieseln der Johannisbeere, Triebsterben der Himbeere)? Ausreichende Bestäubung (Sortenmix ist befruchtungsfördernd, auch wenn die Arten grundsätzlich selbstfruchtbar sind)?
Ihre letzte Frage, die zu den Brombeeren, verstehe ich nicht recht, denn bei GARDENA können Sie definitiv keine Pflanzen bestellen oder von dort erhalten. Anmerkung zu dem, was in Ihrer Frage durchklingt: Brombeeren sind, auch als Einzelpflanze gesetzt, durchweg selbstfruchtbar. Aber auch bei ihnen ist die Wechselbestäubung durch andere Sorten oder durch die Wildart grundsätzlich befruchtungsfördernd.


Frage von Helmut L.:

Ich habe mir einen Folientunnel gebaut. Im Sommer wurde es darin sehr heiß. Meine Fragen:
1. Beschattung. Welches Material und wie wirkt sich die Beschattung auf den Pflanzenwuchs aus?
2. Belüftung durch elektrische Lüfter (Anbringung usw.)?
3. Ist nach einer gewissen Zeit ein Bodenaustausch nötig?

Der GARDENA Gartenexperte:

Den Folientunnel beschatten Sie, lieber Herr L., am einfachsten mit Schattiermatten oder –geweben (Link dazu: http://www.beckmann-kg.de/ ). Die Glasscheiben von Kleingewächshäusern – dieser Hinweis sei hier für die Mit-Leserinnen und Mitleser eingefügt –, kann man wahlweise auch mit Schattierkalk bestreichen (Link dazu: http://www.bahrs.de/ ). Je nach Gewebe erreichen Sie eine Schattierung um etwa 30 Prozent. Schattierung bedeutet immer auch Lichtreduzierung, also Senkung der Photosyntheserate. Wenn es also nicht unmittelbar die Art der Folientunnel-Nutzung (z. B. Stecklingsanzucht) verlangt oder aber die Pflanzenarten im Tunnel (welche Pflanzen mit geringerem Lichtbedarf stellt man überhaupt dort hinein), dann bin ich persönlich eher ein Freund der vollen Lichtleistung im Folientunnel, also nicht des Schattierens. Im Kleingewächshaus kann das anders sein, etwa dann, wenn man dort Orchideen übersommert.
Im Folientunnel mit seiner üblicherweise sommerlichen Gemüseanzucht, ist demnach weniger die Lichtintensität ein Problem (allein die Folie selbst „schluckt“ bereits Licht, je nach ihrer Qualität mehr oder weniger), sondern die übermäßige Wärme. Und genau hier greift Ihre zweite Frage, Herr L.. Optimal ist die freie Durchlüftbarkeit des Folientunnels, also eine jeweils stehwandhohe Öffnung an den beiden Stirnseiten des Tunnels. Andere Tunnel haben die Möglichkeit, Seitenwände zu öffnen. Firstlüftung, wie beim Kleingewächshaus, ist hingegen bei Folientunneln eher unüblich. Als Faustzahl gilt: mindestens 25 Prozent der Grundfläche sollen am Folientunnel als freie Lüftungsfläche zur Verfügung stehen, um sommerliche Überwärmung zügig abführen zu können. Durch Umwälzlüfter (Link dazu: http://www.kriegergmbh.de/ ) können Sie die Luftumwälzung, aber auch die Luftabführung, verbessern. Faustzahl zur Dimensionierung dieser Geräte: Tunnelvolumen in Kubikmetern mal vierzig, ergibt die Stunden-Volumenleistung des Gerätes. Beispiel: Bei 20 m3 Tunnel-Luftvolumen benötigen Sie ein Gerät mit rund 800 m3 Umwälzung pro Stunde.
Bleibt die Frage nach dem Bodenaustausch zu beantworten: Wenn Sie auf den Teilflächen ausreichend Fruchtfolge und den damit verbundenen Wechsel der im Folientunnel angebauten Gemüsekulturen einhalten, werden sie nicht übergebühr einseitig beansprucht und müssen demnach nicht ausgetauscht werden. Das setzt aber die übliche Bodenpflege voraus, wie Humus- und Düngereintrag sowie ggf. Kalkung. Ausnahmen sind lediglich bodenbürtige Pflanzenkrankheiten, wie z.B. Kohlhernie. Aber auch die ist durch Fruchtwechsel und Kalkung, ohne Bodenaustausch, in den Griff zu bekommen.


Frage von Brigitte K.:

Ich habe einen Goji-Beerenstrauch im Kübel, mit zwei winzig kleinen Früchten. Wollte ihn entsorgen! Aber nun bitte ich Sie um Hilfe: Muss der Strauch zurückgeschnitten und ins Haus geholt werden, oder kann man einen "Wintermantel " überziehen?

Der GARDENA Gartenexperte:

Der Strauch ist sehr stark wüchsig, weswegen Sie ihn tatsächlich durch Rückschnitt und Auslichten im Zaum halten müssen, liebe Frau K.. Das gilt umso mehr, da Sie die Kübelpflanze ja auch ausreichend düngen müssen um sicher zu stellen, dass sich die Früchte in vernünftiger Qualität ausbilden können. Was die Frostfestigkeit betrifft, so sind diese Beeren ausgesprochen frostverträglich. In einem Kübel ausgepflanzt, relativiert sich aber jede Frostverträglichkeit, weil der Boden im Kübel bei starken Minusgraden komplett durchfrieren kann. Bei gefrorenem Kübel (hier auch die Frostfestigkeit des Kübels selbst im Auge behalten!) vertrocknen die Pflanzen dann umso schneller. Kurzum: Achten Sie speziell im späteren Winter, Mitte Januar bis Mitte Februar, darauf, dass der Kübel nicht durchgefriert und gleichzeitig austrocknenden Winden und austrocknender Sonne ausgesetzt ist. Gegen beides können Sie Kübel und Pflanze mit einem Vlies schützen. Am einfachsten aber dürfte es sein, die Pflanze samt Kübel während der kritischen Phase in die Garage zu rollen. Sie ist ja winterkahl und braucht folglich im Winterquartier kein Licht.


Frage von Harald K.:

Vielleicht können sie mir einen Rat geben, wie ich meiner Pflanze helfen kann. Ich habe im Sommer einen echten Jasmin gekauft und er ist auch gut angewachsen aber in den Abendstunden habe ich einen starken Blattfraß entdeckt. Beobachtet habe ich, dass sich Kellerasseln und Ohrenzwicker daran zuschaffen machen. Haben sie einen Tipp für mich, wie ich der Pflanze helfen kann?

Der GARDENA Gartenexperte:

Die Kellerasseln sind wohl nicht die Schadenverursacher, lieber Herr K., denn sie ernähren sich von modernden Pflanzenresten, ggf. auch mal von Jungpflanzen, von Sämlingen. Der Gemeine Ohrwurm (Forficula auriculari) hingegen ernährt sich hauptsächlich von Blattläusen. Wo die aber nicht ausreichend zur Verfügung stehen, frisst er bisweilen auch Blätter an (Lochfraß). Was also tun? Kontrollieren Sie zum einen die Pflanze auf Schädlingsbefall, denn es muss ja nicht zwingend der Ohrwurm Schadensverursacher sein – möglicherweise sind es ja auch Räupchen. Bei einer einzigen befallenen Pflanze lohnt ein Präparat anzuwenden nicht, da ist das ggf. Absammeln einfacher. Die Ohrwürmer bekommen Sie auch durch Absammeln in den Griff. Wahlweise können Sie ein Ohrwurmversteck einrichten (z. B. den obligatorischen, verkehrt herum aufgehängten Blumentopf, mit Holzwolle, trockenem Grasschnitt oder dergleichen befüllt). Darin verstecken sich dann die Tiere und können von Ihnen problemlos dorthin übersiedelt werden, wo sie ausreichend Blattläuse als Nahrung finden.


Frage von Heinz K.:

In meinem Gewächshaus haben sich Tausende von Weißen Fliegen über die Tomaten und jetzt über den Zuckerhut hergemacht. Was raten Sie mir als Gegenmittel?

Der GARDENA Gartenexperte:

Gegen die Weiße Fliege (Mottenschildlaus) vorzugehen, das fängt bereits früh im Jahr an, lieber Herr K. denn es gilt, sie frühzeitig zu bekämpfen. Jedes Weibchen legt nämlich so um die 300 Eier und die Art erreicht pro Sommer rund fünf Generationen. Grundsätzlich können Sie gegen die Weiße Fliegen mit umweltverträglichen Mitteln spritzen, z. B. mit Neudosan AF, von Neudorff, einem Mittel mit Kaliseife als Wirkstoff. Weil aber Weiße Fliegen ihre Eier in die Pflanzenblätter ablegen und die Larven ungleichmäßig schlüpfen, müssen Sie im Grunde wöchentlich nachspritzen, um zu einem tragfähigen Erfolg zu kommen. Zudem müssen Sie bei offenen Gewächshaustüren oder –lüftungen allemal mit Neuzuwanderung des Schädlings von außen rechnen.
Um also fortlaufend ein Auge auf die Weißen Fliegen zu haben, empfehle ich zusätzlich den Einsatz von Schlupfwespen (Encarsia formosa) gegen sie. Dazu müssen Sie lediglich kleine Kärtchen mit den Eiern der Schlupfwespe im Gewächshaus aufhängen, daraus schlüpfen die Nützlinge und parasitieren die Schädlinge. Eine Encarsia kann ungefähr 300 Mottenschildläuse abtöten. Einen Link zum Bestellen solcher Nützlinge finden Sie hier: http://www.neudorff.de/pflanzenpflege/nuetzlinge/die-nuetzlinge/ef-schlupfwespen.html . Auf dieser Website ist auch der Klick auf ein interessantes Video möglich, darin können Sie sich anschauen, wie das mit der Encarsia formosa und ihrer Jagd auf Weiße Fliegen genau funktioniert.


Frage von Ute R.:

Beim Umsetzen des Kompostes musste ich feststellen, das von unten Wurzeln in den Kompost gewachsen sind. Der Kompost wurde vor zwei Jahren neu angelegt und gestern das erste Mal umgesetzt. Die Wurzeln haben teilweise ein Geflecht bis 20 cm Höhe erreicht und das Umsetzen wurde sehr erschwert.
Frage: Was kann man tun, damit sich die noch im Boden befindlichen Wurzeln nicht wieder in die neue Erde verfilzen. In unmittelbarer Nähe stehen eine Buchenhecke und eine große alte Buche. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und sage schon jetzt Danke.

Der GARDENA Gartenexperte:

Gemäß Ihrer Beschreibung, liebe Frau R., scheinen hier während der letzten zwei Jahre die Buchenwurzeln in aller Ruhe in den Kompost hineingewachsen zu sein und haben sich an seinen Nährstoffen gütlich getan. Grundsätzlich könnten Sie den Kompost nach unten hin mit einer Folie oder, noch besser einem Vlies (damit Wasser abfließen und Bodenfeuchte hinauf ziehen kann), wurzeldicht abschließen. Andererseits erfolgen diese Abdichtungen gegenüber dem gewachsenen Boden üblicherweise nur durch einen hinreichend dichten Maschendraht oder ein entsprechendes Lochblech, damit Ratten und Mäuse nicht in den Komposter hinein geraten, allerlei hilfreiche Bodenorganismen einschließlich der Regenwürmer aber dennoch vom Boden in den Kompost einwandern können. Sie sehen, es ist eine Abstimmungsfrage zwischen beidem. Wenn Sie mit einem Vlies abdichten wollen würden, so könnten Sie beim Ansetzen des Kompostes alle paar Schichten mal ein paar Schaufeln Gartenerde auf den Kompost geben, das beimpft ihn bereits ausreichend mit Bodenorganismen. Sammeln Sie außerdem nach einem Regen einfach ein paar an die Oberfläche gekommene Regenwürmer ein und geben auch diese in den Kompost, die vermehren sich dann dort schon. Auf diese Weise können Sie das eine ausschließen und das andere sicherstellen.

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