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Rasen und Steinplatten, Brennnesseln und Hortensien, Pflaumensägewespe und Rosenblattwespe – die breite Vielfalt des Gartens spiegelt sich in Ihren Anfragen wider, die in dieser Ausgabe Ihres GARDENA-Newsletters von Gartenexperte Engelbert Kötter beantwortet werden. Viel Spaß beim Lesen!

Frage von Denise-N. T.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
wir müssen uns jedes Jahr aufs Neue mit vielen Brennnesseln rumschlagen. Viele von ihnen haben bereits ein tiefes und kräftiges Wurzelwerk ausgebildet und wachsen zwischen verschiedenen Pflanzen hoch. Gibt es ein umweltverträgliches Mittel, welches nur die Brennnesseln bekämpft, nicht aber die umliegenden Pflanzen angreift? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

GARDENA Gartenexperte:

Nach meiner Erfahrung kommt man den Brennnesseln recht gut mit der Hacke bei. Speziell dann, wenn man sie gleich im Frühjahr angeht, wenn sie noch nicht so hoch sind. Da Brennnesseln zudem ein recht dichtes und dünnwurzeliges Wurzelwerk direkt unter der Erdoberfläche bilden, kann man davon beim Hacken meist recht gut einiges entfernen. Durch diese Störungen drängt man sie bereits deutlich zurück. Wenn man darüber hinaus noch weitere, wie Sie sagen auch in anderen Pflanzen auftauchende Triebe zwei-, dreimal im Jahr entfernt, unbedingt vor der Samenreife, dann drängt es die Nesselgewächse noch weiter in die Defensive. Wenn Sie die Lästlinge wurzeltief ausmerzen wollen, dann empfiehlt sich dazu GierschFrei von Neudorff. Bei dessen Anwendung müssen Sie sich aber die Mühe machen, mit dem Präparat ausschließlich das Laub der zu entfernenden Pflanzen zu benetzen, sonst erwischt es die „Unschuldigen“ gleich mit. Was aber benetzt ist, geht binnen Stunden zuverlässig ein.


Frage von Klaus M.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
mein von mir gefühltermaßen gut gepflegter Rasen bereitet mir zunehmend Sorge. Im Laufe des Sommers und besonders um diese Zeit verliert er an einigen Stellen seine sattgrüne Farbe und wird gelb. An Bewässerung und Düngung kann es eigentlich nicht liegen, ich habe einen eigenen Brunnen und dünge vier Mal im Jahr mit OSCORNA-Naturdünger, zuletzt im Oktober, damit er besser durch den Winter kommt. Kann es sich da um einen Pilz handeln und wie bekämpfe ich ihn, oder was soll ich sonst machen?
Darüber hinaus scharren mir Amseln größere Lücken in meinen Rasen. Kann man dagegen etwas tun? Für einen guten Rat bedanke ich mich sehr herzlich.

GARDENA Gartenexperte:

Das ist unbesehen schwer zu beantworten, lieber Herr M.; das kann einen Pilzbefall ebenso bedeuten, wie es Ursachen im Bereich eines verdichteten oder auch gelegentlich staunassen Bodens haben kann. Wenn Sie sehr hartes Brunnenwasser haben, kann sich die Ursachenforschung bis hin zu pH-Wertverschiebungen in einen zu alkalischen Bereich erstrecken. Grundsätzlich unterliegt Ihr Rasen ja offenbar einer ausreichenden Düngung und Bewässerung. Indem ich es also aus der Ferne nicht hundertprozentig identifizieren kann halte ich es für sinnvoll, die Fläche von einem rasenerfahrenen Landschaftsgärtner begutachten zu lassen, sobald sich die Gelbfärbung wieder zeigt. Was die Amseln betrifft, so sind die offenbar auf der Jagd nach Regenwürmern und – weil sie diese von Ihnen beschriebenen Lücken reißen – Insektenlarven, z. B. meist die des Junikäfers. Für die Bekämpfung dessen Larven im Rasen, sind aber meiner Kenntnis nach derzeit keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.


Frage von Elfi und Edi S.:

Zwei Fragen: Woher kommt der Befall mit grüngelben Flecken? Wie kann ich ihn beseitigen?

GARDENA Gartenexperte:

Flechtenbefall, ebenso wie der mit Algen, ist üblicherweise eine Folge von stehender, feuchter Luft. Wo ausreichend abtrocknende Lüftchen wehen, kommen sie weitaus weniger bis gar nicht vor. Algenbefall auf Steinplatten im Garten entfernen wir bei uns mit dem Hochdruckreiniger. Reinigungspräparate helfen da, meiner Meinung nach, nur kurzfristig. Wenngleich man auch mit dem Hochdruckreiniger zweimal im Jahr ran muss.


Frage von Ellen K.:

Bei einigen meiner Rhododendronbüsche sind jetzt mehrere Blätter an den Rändern braun gefärbt und sie beginnen, sich nach innen zu wölben. Gewässert sind sie.
Und die zweite Frage betrifft den Gardena Hockdruckreiniger 2000. Lt. Beschreibung gibt es das Zubehör "rotierende Waschbürste“, Art. Nr. 1695. Ist diese noch zu erwerben und wenn ja, wo und zu welchem Preis?

GARDENA Gartenexperte:

Solche braunen Blattränder bei gleichzeitig ausreichend feuchtem Boden deutet üblicherweise auf die zu hohe Konzentration von irgendwas im Boden hin, das dann speziell die empfindlichen Wurzelspitzen schädigt. Das Blattrollen ist dann symptomatisch für Wasserstress, denn die geschädigten Wurzeln enthalten dann zuwenig davon. Was da zuviel ist, das ist dann immer schwer zu sagen. Mal ist eine Pflanze zu stark gedüngt worden, dann wieder sind es Streusalzreste vom Winter und dann wieder einmal die Ausscheidungen von Hunden, Katzen oder Mardern – und sei es nur, dass sie die Pflanze immer wieder markieren. Erste Hilfe kann es sein, die Pflanze wiederholt mit Überschuss zu wässern, um die ggf. Überkonzentration auszuschwemmen. Notfalls muss ein Umpflanzen in frische Rhodo-Erde herhalten. Wahlweise hilft eine Bodenkur mit Substral Rhodo-Vital (von Celaflor) den Pflanzen mit der Zeit wieder auf die Beine. Weil aber eine jede Maßnahme aufwändig ist und nur zum Tragen kommt, wenn die Ursachen abgestellt sind ist es zu allererst erforderlich, der Ursache auf den Grund zu gehen und diese zu beheben.
Was Ihre Produktanfrage angeht, so muss sich dazu der technische Kundendienst mit Ihnen gesondert in Verbindung setzen, weil wir den GARDENA-Newsletter bewusst neutral von Produkten des eigenen Hauses halten.


Frage von Rainer W.:

Ihre Experten-Tipps finde ich immer wieder interessant. Heute wende ich mich einmal an Sie mit einer Frage: An einem meiner kleinen Pflaumen-Bäumchen stellte ich gerade fest, dass sämtliche der ca. 100 Blütenkelche seitlich angefressen sind. Es befinden sich ziemlich runde Löcher mit einem Durchmesser von ca. 2 mm, direkt in der Hülle der Blüte und der Fruchtkörper dahinter ist nur winzig und vertrocknet. Ich habe mehrere ähnlicher Bäumchen, aber nur eines ist davon betroffen. Kennen Sie vielleicht den Übeltäter? Danke für Ihre Bemühungen.

GARDENA Gartenexperte:

Ihre Beschreibung deutet auf die Pflaumensägewespe (Hoplocampa). Diese Wespe befällt die Kelchblätter. Mit einem speziellen, sägeförmigen Legestachel öffnen die Wespen diese Kelchblätter zur Ablage der Eier. Die schlüpfenden Larven höhlen den Fruchtknoten der entstehenden Früchte aus. Charakteristisch für den Befall mit Hoplocampa ist das obligatorische Loch an den entstehenden Früchten. Wäre es ein Befall mit dem Frostspanner, so wären gröbere, ungleichmäßige Fraßspuren an den jungen Früchten, aber auch an Blüten und Blättern zu erkennen.
Von Hoplocampa befallene Früchte am besten absammeln bzw. abschütteln und anschließend vernichten. Das unterbricht den Vermehrungszyklus, der z.Tl. im Boden unter dem Baum stattfinden muss. Es lohn meist nicht, die Elterntiere bei ihrem Flug im Frühjahr mit einem Insektizid zu bekämpfen. Die Pflaumensägewespen sind übrigens nicht uninteressante Tiere. Wenngleich eine von ihnen bis zu sechs Blüten befällt, so kann man sie im Frühlingsgarten an den Pflaumenbäumen sogar hören. Sie erzeugen Geräusche ähnlich einer Grille. Aber nicht mit den Hinterbeinen, wie diese, sondern mit ihren Fühlern.


Frage von Johann R.:

Sehr geehrter Herr Gartenprofi!
Wir haben Probleme mit unseren Paprikapflanzen. Zuerst kommen sie an, wachsen bis 2 cm Höhe an und dann kümmern sie dahin .Was mache ich falsch? Zu viel Wasser? Zu wenig? Falsche Erde? Welche Erde? Welchen Dünger? Vertragen die Pflanzen mehr Trockenheit? Dürfen Sie nich mit Tomaten beisammen sein? Wir bitten um wertvolle Ratschläge.

GARDENA Gartenexperte:

Ihre Beschreibung deutet auf Nässe oder Sämlingskrankheiten hin, wobei die Sämlingskrankheiten, verursacht durch Bodenpilze wie Phytophthora, oftmals eine Folge von zu nasser Kultur sind.
Gerade in der Jungpflanzenanzucht ist es wichtig, mit sauber ausgewaschenen Utensilien zu arbeiten, um anhaftende Infektoren außen vor zu lassen. Als Erde entsprechend keine benutzte verwenden, sondern frische Aussaaterde. Diese Erde halten Sie dann leicht erdfeucht, aber nicht dauerhaft nass. In der Erde muss nämlich auch ausreichend Bodenluft vorhanden sein. Gedüngt werden die Paprika-Jungpflanzen erst, wenn sich die ersten Laubblätter nach den Keimblättern kräftig entwickelt haben. Sie können dann einen flüssigen Volldünger anwenden, aber in „halber Konzentration“. Die Kulturtemperatur soll bei 22-24 °C liegen und der Platz der Pflanzen hell sein. Weil Tomaten praktisch dieselben Anzuchtbedingungen haben, können Sie Paprika durchaus mit denen gemeinsam vorkultivieren.


Frage von Marita P.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
ich habe eine Hortensie, die ich mal als Zimmerpflanze erhalten habe, vor Jahren in den Garten gesetzt. Leider habe ich sie seither nie wieder zum Blühen gebracht. Sie treibt nur Blätter. Sie steht sonnig. Was kann ich machen?
Meine Rosen befallen im Frühjahr bzw. Frühsommer grüne Raupen, welche dann die Blätter und die Knospen vertilgen. Bisher sammeln wir sie ab, das ist bei 30 Rosen viel Arbeit. Was kann hier getan werden? Vielen Dank für Ihre Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Dann wird es sich wohl um eine so genannte Bauernhortensie, Hydrangea macrophylla, handeln. Spätestens im zweiten Jahr müsste sie eigentlich blühen, weil sie im Jahr zuvor die Blütenanlagen für das Folgejahr bildet. Wenn sie es dennoch nicht tut, kann das auf falschen Schnitt hindeuten, indem mit ihm diese Blütenanlagen entfernt wurden. Anders als solche Hortensien, die am jungen Holz desselben Jahres blühen, wie Rispenhortensien, blühen Bauernhortensien ja, wie beschrieben, am Holz des Vorjahres. Und das darf man dann entsprechend nicht wegschneiden, während man es bei den anderen gleichsam muss.
War es nicht der Schnitt, so kann auch starker Frost diese Blütentriebe geschädigt haben, speziell Spätfrost, der die Pflanze im Austrieb erwischt. Stehen die Hortensien zu dunkel, kann auch grundsätzlich die Blütenbildung ausbleiben. Das betrifft aber stärker die sonnenverträglicheren Hortensienarten, wie Waldhortensie oder gar Eichenblättrige Hortensie. Bauernhortensien hingegen sind vergleichsweise schattenverträglich. Bleibt die Kontrolle von ausreichender Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung. Bauernhortensien möchten den durchlässigen, humosen, nahrhaften Boden, sauer bis neutral. Gedüngt wird am besten mit Hortensiendünger, wahlweise kann man auch mal Rhododendrondünger nehmen.
Was Ihre Rosen betrifft: Die beobachteten Raupen könnten Larven der Rosenblattwespe sein (grün mit schwarzen Füßchen und wahlweise schwarzem bzw. orangefarbenem Kopf; sitzen oft mit „erhobenem Schwänzchen“). Auch andere Blattwespen und sogar der Kleine Frostspanner könnten hier in Frage kommen. Das Absammeln ist immer noch die schnellste und einfachste Bekämpfungsart. Immerhin müssten Sie Spritzmittel auch erst besorgen, vorbereiten und anwenden, was mindestens ebenso aufwändig ist. Sollten Sie aber die Anwendung eines Präparate vorziehn, so könnten Sie z. B. das umweltverträgliche Spruzit Käfer- und Raupenfrei anwenden. Und nicht vergessen: Ziehen Sie doch die Gartenvögel als Ihre Verbündete mit heran, indem Sie Meisen & Co. geeignete Nisthilfen anbieten.


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