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Aus der Vielzahl der eingegangenen Fragen, liebe Leserinnen, liebe Leser, hier nun wieder eine Auswahl – nach Maßgabe des im GARDENA Newsletter zur Verfügung stehenden Platzes. Vom Kirschbaum bis zum Gummibaum reichen die eingegangenen Fragen diesmal, vom Kalkstickstoff bis zur Kamelie. In turnusmäßigen vierzehn Tagen erscheint der nächste GARDENA Newsletter. Dann auch mit der Antwort auf Ihre Fragen? Einstweilen viel Gartenfreude!

Frage von Marlies S.:

Sehr geehrter Herr Kötter, unser alter Apfelbaum hat ein Loch im Stamm, zum Teil holen sich auch Hornissen daraus Baumaterial für ihre Bauten. Ist es möglich, evtl. Styropor oder etwas Ähnliches reinzustopfen? Oder kann man etwas anderes tun? Der Baum trägt gut und ich möchte nicht, dass Wasser eindringt. Sonst könnte doch sicher Fäulnis entstehen?
Wäre Ihnen für eine Antwort sehr dankbar.

GARDENA Gartenexperte:

Um das umfassend beurteilen zu können, liebe Frau S., müsste ich mir Alter und Zustand des Baumes samt seiner Wunde anschauen können. Was ich Ihnen aber aus der unbesehenen Entfernung sagen kann ist folgendes:
Wenn der Baum noch so jung und vital ist, dass die Wunde wieder verwachsen kann, dann lohnt sich ein baumchirurgischer Aufwand besonders. Dazu sollte es am besten auch keine allzu große Wunde sein.
Bei einem solchen Eingriff würde die Wunde von Fäulnis gereinigt, imprägniert und so versorgt werden, dass die Wallungen des Wundrandes letztlich zu einem Verschluss der Wunde führen. Etwas in die Wunde hinein zu füllen, das macht man heute nicht mehr. Früher hat man in der Baumchirurgie beispielsweise mit Beton ausgegossen. „Plomben“ á la Zahnarzt setzt man aber deswegen nicht mehr, weil sie das Abtrocknen der Wunde an den kritischen Stellen verhindern und damit dem Holz zersetzenden Pilzwuchs Vorschub leisten. Im Gegenteil: Zusätzlich zur Wundversorgung sorgt man heute in der Baumchirurgie immer auch für Entwässerung. Entweder wird dazu die Wunde im unteren Bereich so geöffnet und angeschnitten, dass Wasser immer abfließen kann, oder man setzt ein Abflussröhrchen, eine Drainage.
Sie könnten mit einer ad hoc-Maßnahme beispielsweise durch einen Regenschutz dafür sorgen, dass kein Schlagregen in die Wunde gerät. Den müssen Sie aber so anbringen, dass die Wunde gut belüftet ist, speziell, um immer abzutrocknen.
Je nach Aufwand, den Sie betreiben möchten, können Sie ja mal einen Baumchirurgen/Baumpfleger bzw. einen in der Baumpflege erfahrenen Garten- und Landschaftsbaubetrieb bitten, sich die Sache vor Ort anzuschauen Vitalität und Statik des Baumes, Zustand der Wunde und Gesamtperspektive.
Im Internet gibt es beim Baumpflegeverband eine Deutschlandkarte, auf der Sie einen sachkundigen Baumpfleger in Ihrer Region ermitteln können. Ich habe Ihnen den Link dazu herausgesucht:

http://www.baumpflegeverband.de/forum/links.php

Die Hornissen können Sie inzwischen als Ihre Verbündete betrachten: Sie sammeln Totholz aus der Wunde und reinigen sie so eher, als dass sie dem Baum schaden.


Frage von Hannelore D.:

Guten Tag Herr Kötter, ich habe in unserer Gartenkammer Düngemittel gefunden, die noch vom Vorbesitzer stammen. Leider kann ich mit den Bezeichnungen nichts anfangen und weiß auch nicht, wofür ich diese verwenden kann. Ich denke, dass diese Düngemittel bestimmt 15 Jahre oder älter sind: Kalkammon-Salpeter, Nitrathaltiger Kalkstickstoff, Eurofertil. Was kann oder soll ich damit tun? Ich danke Ihnen schon jetzt für eine Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Eurofertil letztlich ist ein Handelsname für einen Spezialdünger, den es, je nach Produkt (z. B. Eurofertil 26 Plus, Eurofertil Plus 38, Eurofertil Plus 37, Eurofertil Plus 35), in unterschiedlichen Formen gibt. Dieser Dünger wirkt auf der Basis so genannter Aminopurine. Diese verbessern die Kalziumaufnahme der Pflanze, was wiederum in Kombination beider Aspekte günstig auf die Zellteilung der Pflanze wirkt – dann also quasi einen Wachstumsverbesserer darstellt. Aber auch auf die Photosyntheseleistung haben die Aminopurine eine positive Wirkung. Von daher ist dieser Zusatzdünger im Gros des Gartens etwas für das Frühjahr, zur Wachstumsförderung. Im Gemüsebeet, das ja länger intensiv bewirtschaftet wird, können Sie das Präparat noch bis in den Sommer zur Ertragsverbesserung einsetzen, entsprechend den Vorgaben der Gebrauchsanweisung. Auch für Balkonkästen und Kübelpflanzen können Sie es gut verwenden.

Den Kalkammon-Salpeter, liebe Frau D., verwenden Sie hingegen als schnell wirkenden Stickstoffdünger. Sie können ihn praktisch überall im Garten einsetzen, außer bei Pflanzen die saueren Böden wollen – Rhododendren, Azaleen, Kamelien und dergleichen. Für kalkholde Pflanzen, wie Rosen, ist er hingegen sehr gut geeignet. Sie können davon etwa 50 bis 70 Gramm/Quadratmeter geben und leicht in den Oberboden einarbeiten, am besten nach einem Regen. Speziell nach dem Rückschnitt des ersten Rosenflors ist er gut dazu geeignet, die Rosen schnell wieder durchtreiben zu lassen. Er eignet sich aber auch als Rasendünger und eben querbeet im Garten. Faustregel: Stickstoffdüngungen aber nur bis Mitte/Ende Juli geben.

Nitrathaltiger Kalkstickstoff letztlich ist ebenfalls ein Stickstoffdünger. Er durchläuft aber im Boden zunächst einige Abbauphasen, weswegen er langsamer wirkt. Zeitgleich besitzt er damit eine desinfizierende Wirkung z. B. gegen Unkrautsamen, weswegen er dieser beiden Eigenschaften wegen speziell im zeitigen Frühjahr ausgebracht wird. Bis zur Aussaat bzw. bis zum Auspflanzen der Jungpflanzen sollten dann etwa 14 Tage vergangen sein. Wegen dieser desinfizierenden Wirkung gibt man Kalkstickstoff eben auch nicht auf den Kompost.
Speziell Kalkstickstoff nach dem Ausbringen auf feuchten Boden oberflächig leicht einarbeiten. Und auch diesen Dünger seines Kalkgehaltes wegen nicht für Moorbeetpflanzen & Co. verwenden. Die Aufwandmenge ist mit der oben genannten vergleichbar. Wenn Sie den Dünger trocken aufbewahrt hatten, so mag er etwas abgebaut haben, im Wesentlichen können Sie ihn aber dennoch durchaus mit verwenden. Ich rate aber dazu, ihn nun zeitnah aufzubruachen.


Frage von Norbert E.:

Sehr geehrter Gartenexperte, seit 4 Jahren habe ich im Garten eine Gartenkamelie, deren Blüten immer im Frühjahr unterentwickelt abfielen. In diesem Jahr zeigte sich wieder eine schöne Blüte, die bei Berührung abfiel und zusätzlich zeigen sich neuerdings auch an fast allen Blättern braune Verfärbungen auf der Oberseite noch glänzend, später teilweise wie vertrocknet aussehend.
Was mache ich falsch? Die Kamelie erhält Winterschutz mit Stroh am Fuß und einer textilen Schutzhaube über der Pflanze. Dankbar für einen Tipp, grüsse ich Sie freundlich.

GARDENA Gartenexperte:

Das ist etwas heikel zu beantworten, lieber Herr E., denn auch hier gilt: Unbesehene Pflanzenschutzbeurteilungen sind immer etwas Stochern im Nebel. Grundsätzlich haben Sie es sehr richtig gemacht, nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern auch die Wurzeln der Kamelie gut zu schützen – mithilfe der Strohabdeckung. Sollte das nicht ausreichend gewesen sein und sollten die Wurzeln dennoch Frostschaden abbekommen haben, so zeigt sich das dann üblicherweise durch Bräunen der Knospen und durch Blattrollen, dem typischen Verdunstungsschutz vieler Immergrüner. In dem Fall wäre der Versuch hilfreich, mithilfe eines kräftigen Rückschnitts die Wurzel-Triebe-Proportion wieder herzustellen und so doch noch einen wüchsigen Wiederaustrieb, bei zeitgleicher Wurzelneubildung hinzubekommen.
So wie Sie es beschrieben haben, sind aber die Knospenbräunungen von Blattbräunungen begleitet. Blattbräunungen an der Kamelie können, gerade an der Blattoberseite, durch Sonnenbrand hervorgerufen worden sein. Gerade im Spätwinter, wenn die Sonne schon wieder stärker ist, kann das passieren, sobald Sie den Winterschutz entfernen und sich die Blätter wieder an das hellere Licht gewöhnen müssen. Sind die Blattbräunungen stärker Richtung Blattrand/Blattspitze unterwegs, so liegt auch der Gedanke an zeitweilige Trockenheit nahe. Gerade als Wintertrockenheit bekannt oder als Folge des gefrorenen Bodens. Feuchtigkeitsschwankungen sind bekannt dafür, bei Kamelien auch Knospenwerfen auszulösen.
Schlussendlich können die Ursachen der Misere auch weit ins letzte Gartenjahr zurück weisen, etwa durch späte Düngung. Kamelien werden ja erst nach der Blüte, mit dem Austrieb gedüngt und nicht mehr nach Ende Juni/Mitte Juli. Dann auch speziell mit einem für Moorbeetpflanzen tauglichen, kalkarmem bis kalkfreien Dünger. Wenn Sie für Ihre Kamelie Langzeitdünger verwendet haben, so kann es passiert sein, dass sich der Dünger witterungsbedingt nicht gleichmäßig freigesetzt hat, sondern mit Schüben. Solche Schübe sind ebenfalls berüchtigt für die Tatsache, bei Kamelien dann eine zeitweilige Überdüngung hervorrufen zu können.
Bei aller Detailbetrachtung möchte ich Sie mit der Fehlersuche nicht verwirren, lieber Herr E.; Kamelien sind bekanntermaßen Sensibelchen, deswegen werfen Sie noch einmal einen prüfenden Blick auf Standort- und Bodenverhältnisse (geschützt, locker, humos, sauer, gleichmäßig feucht), aber auch darauf, ob „unterwegs“ an irgendeiner Stelle eine markante, wenn auch nur kurze Schwankung der gleichmäßigen Feuchtigkeits- und/oder Nährstoffversorgung stattgefunden haben könnte.


Frage von Anna F.:

Hallo, Herr Kötter, ich habe einen sehr schönen Gummibaum. Dieser Baum hat sogar einen Seitentrieb, worüber ich sehr froh bin. Der Baum wächst und wächst. Die jetzige Höhe ist gerade noch ca. 20 cm von der Decke entfernt. Meine Frage an Sie: Kann ich dem Baum die Spitze abschneiden? Oder haben Sie eine andere Idee, wie der Baum am weiteren Wachsen gehindert werden kann? Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar.

GARDENA Gartenexperte:

An der Stelle an der Sie ihn abschneiden, liebe Frau F., wird sich der Ficus dann wieder verzweigen. Wenn Sie ihn also in der Spitze kupieren, wird er folglich einen „Pinsel“ bilden.
Langfristig haben Sie also mehr davon, wenn Sie die Pflanze jetzt auf dreißig bis fünfzig Zentimeter zurückschneiden und sie dann neu austreiben lassen. Das Frühjahr ist ein günstiger Zeitpunkt dafür, da der Gummibaum das viele Tageslicht nun gut ausnutzen kann. Lassen Sie beim Rückschnitt den Haupttrieb länger als den Seitentrieb. Die Seitentriebspitze sollte nach dem Rückschnitt etwa 35 Grad unter der Haupttriebspitze stehen, ganz so, wie Sie es vom Rückschnitt der Obstbäume her möglicherweise kennen. Dabei werden ja auch die Seitentriebe dem Haupttrieb deutlich untergeordnet, damit sie nicht zum Konkurrenztrieb werden.
Wenn Sie nach dem Neuaustrieb der zurückgeschnittenen Pflanze die Jungtriebe nach jedem etwa vierten bis fünften Blatt entspitzen, so setzt sich die weitere Verzweigung des Gummibaums fort. Sie erhalten so eine gut verzweigt aufgebaute, attraktiv blattbuschige Pflanze, die nach dem Schnitt sicher einige Jahre braucht, bis sie wieder die Deckenhöhe erreicht haben wird. So lange hätten Sie dann wieder Ruhe vor massiven Schnittmaßnahmen.
Es bietet sich an, mit dem jetzt anstehenden Rückschnitt die Pflanze gleich umzutopfen, am besten in eine mineralhaltige Blumenerde oder Kübelpflanzenerde. Möglicherweise gleich in ein Gefäß mit Bewässerungsvorrat. Und achten Sie darauf: Nach dem Rückschnitt entsprechend angepasst gießen! Ich habe einmal einer Bekannten den Gummibaum entsprechend reduziert, sie hat aber weiterhin wie zuvor gegossen, obwohl der Ficus natürlich um Welten weniger Wasser gebraucht hat. Natürlich ist er ihr dann komplett abgesoffen … Übrigens. Die wenigsten wissen, dass es vom Gummibaum auch eine weißbuntblättrige Sorte gibt, die heißt Ficus elastica ´Decora´. Die ist noch attraktiver als die normale, grüne Variante. Sie können von der ja mal spaßeshalber Bilder googeln.


Frage von Jürgen N.:

Hallo, Herr Kötter, ich habe im Garten eine wunderbare Knorpelkirsche, die z. Zt. in voller Blüte steht. Leider war im vergangenem Jahr der Ertrag gleich null, weil in jeder Kirsche eine kleine weiße Made zu Besuch war. Was kann ich tun, um wieder, wie in alten Zeiten, ernten zu können – gelbe Pappen sollen angeblich nicht helfen?!
Für Ihre Antwort im Voraus besten Dank.

GARDENA Gartenexperte:

Doch, sie sind durchaus auf der richtigen Fährte, lieber Herr N.. Nur dass es eben nicht um gelbe Pappendeckel geht, die haben eher eine das Problem verstärkende Wirkung, sondern um so genannte Gelbtafeln. Die sind beleimt und fangen die Kirschfruchtfliegen weg, deren Larven als die wohl bekannten Maden in den reifenden Kirschen leben.
Diese Tafeln hängen Sie zu Beginn des Farbwechsels der grünen zu gelben Kirschen in den Baum. Die Kirschfruchtfliege ist auf diesen Farbwechsel getrimmt, weil es eben genau das Reifestadium ist, in der sie in die gelben Kirschen die Eier ablegen muss. Sie reagiert also auf die Farbe und bleibt am Leim der Gelbtafeln hängen, die sie anlocken. Nehmen Sie die Tafeln also nach dem Rotwerden der Kirschen wieder ab, dann bringen sie ja nichts mehr. Sie sollen zudem schließlich nicht unnötig viele andere Insekten als Beifang erfassen. Gelbtafeln sind naturgemäß kein hundertprozentiger Schutz vor Kirschfruchtfliegenbefall. Sie mindern den Befall deutlich, aber nicht komplett.
Komplett austricksen können Sie diese Fliege jedoch dadurch, dass Sie sehr früh blühende Kirschsorten anbauen. Die ergelben dann bereits, wenn die Kirschfruchtfliege noch gar nicht fliegt und bleiben damit auf Grund des sehr frühen Gelbstadiums komplett unbefallen. Wenn Sie diesem Link folgen den ich für Sie rausgesucht habe, finden Sie ein Merkblatt der Bayerischen Gartenakademie zur Kirschfruchtfliege. Darauf sind entsprechende Frühsorten genannt:

http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/infoschriften/obst/linkurl_0_0_0_3353.pdf

Frage von Herrmann H.:

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe in meinem Garten sehr viele Ackerwinden. Haben Sie eine Idee, wie ich diese auf Dauer entfernen kann?

GARDENA Gartenexperte:

Wollen Sie´s lieber mechanisch oder chemisch angehen, lieber Herr H.? Bei der mechanischen Variante können Sie die Pflanzen mit der Grabegabel aufwerfen und anschließend die dicken, weißen Wurzeln akribisch entfernen. Denn auch aus im Boden verbleibenden Wurzelstücken kann sich die Pflanze regenerieren. Dieses Prozedere müssen Sie bis zum endgültigen Erfolg also möglicherweise ein paar Mal wiederholen.
Chemische Variante wäre, es mit einem Bio-Herbizid zu versuchen. Von Neudorff gibt es ein umweltverträgliches Präparat gegen Giersch (GierschFrei). Wenn Sie das gegen Giersch anwenden, können Sie zusehen, wie die Pflanze binnen Stunden komplett abstirbt. Und weil dieses Mittel eben die Wurzeln mit erfasst, nicht nur das oberirdische Grün, probieren Sie das doch ggf. mal gegen die Ackerwinde aus.

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