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Kräuter und Weinreben stehen für Gartenlust, hartnäckiger Wildwuchs sowie Drahtwürmer als Bodenschädlinge hingegen stehen für Gartenfrust – Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser des GARDENA Newsletters, wir sind tief und fest im Gartenjahr angekommen!

Egal ob es um Ihr Gartenvergnügen geht oder aber um hochgezogene Augenbrauen: Der Gardena Gartenexperte steht Ihnen stets gerne und immer hilfreich zur Seite.

Für Ihre Anfragen: Der nächste GARDENA Newsletter erscheint am Freitag, den 3. Juni. Darin beantworten wir wieder eine Auswahl der eingegangenen Gartenfragen. Bitte verfolgen sie den Newsletter regelmäßig, denn wir können keine individuellen Antworten zusenden und daher ergibt es sich auf Grund der Vielzahl von Anfragen mitunter durchaus, dass die Antworten auch zeitversetzt erfolgen können – also nicht stets nur im der Anfrage nächst folgenden Newsletter erscheinen.

Frage von Edith K.:

Sehr geehrter Herr Kötter, nahe meiner Josta-Beere habe ich einen Wermut-Strauch. Verträgt sich dieser mit (franz.) Estragon oder brauchen die beiden Gewürze einen bestimmten Abstand?

GARDENA Gartenexperte:

Nach meinem Kenntnisstand können beide Artemisien nebeneinander stehen, ohne dass sie sich gegenseitig negativ beeinflussen. Man kennt solche Beeinflussungen durchaus, da haben Sie grundsätzlich Recht, liebe Frau K.. Zum Beispiel über Wurzelausscheidungen, weswegen Petersilie und Schnittlauch direkt nebeneinander nicht recht gedeihen. Oder auch durch starke Verwurzelung, weswegen Hosta zum Beispiel andere Pflanzen neben sich verdrängen kann.

Konkret zu Ihren Kräutern: Es haben wohl beide Artemisien einen etwas anderen Bodenanspruch. Wenn Sie den – sofern das auf so kleiner Fläche überhaupt möglich ist – variieren könnten, so stellen Sie Artemisia absinthum, den Wermut, eher gut drainiert, kiesig, trockener. A. dracunculus hingegen steht lieber auf lehmigem Sand, auf nahrhaften, eher frischen Böden und etwas frostgeschützt.

Bei der Wahl des Pflanzabstandes schauen Sie auch noch einmal auf jeweilige Größe und Wuchsform der beiden: Wermut wächst ja eher buschig aufrecht, einen halben Meter breit und einen dreiviertel Meter hoch. Estragon hingegen legt sich mehr und kommt auf gut 80 Zentimeter. Über die jeweils halbe Pflanzenbreite [hier also 25 plus 40] ermitteln Sie leicht den erforderlichen Mindest-Pflanzabstand, hier also rund 70 cm.

Wenn Sie Kräuter vertiefend interessieren: Im Gräfe und Unzer-Verlag gibt es aktuell zwei Kräuterbücher von mir: Das große GU PraxisHandbuch Kräuter mit 288 Seiten und über 400 Haus- und Küchen-Kräuterbeschreibungen, inklusive Nutzungen; dann, kleiner, „Küchenkräuter in Töpfen“, 64 Seiten, dieser Titel konzentriert sich auf Kräuter auf Balkon und Terrasse. Wenn Kräuterrezepte Ihr besonderes Interesse finden, dann schauen Sie sich doch mein zusammen mit Martina Kittler entstandenes Kräuterbuch „Kräuterküche – Frische Rezepte aus dem Garten“ an. Das ist „Halb & Halb“: halb Kräutergärtnerisches, halb Küchenkräuteriges (96 Seiten, erschienen im Weltbild Verlag).


Frage von Gerd S.:

Sehr geehrter Herr Kötter, mein Problem entstand in einem mehrere Jahre nicht gepflegten Garten. Aber der Knöterich dort wuchert bei uns auch in freier Wildbahn.

Das Internet macht mich dazu mutlos. Es ist nach meiner Kenntnis demnach nicht möglich, das Zeugs wieder loszuwerden, es sei denn durch Bodenaustausch bzw. Erhitzen der Erde in einer gasbeheizten Trommel - zu immensen Kosten. Ausgraben erscheint mir sinnlos, da man auf diese Weise nicht alle Wurzeln findet, die die Knollen untereinander verbinden.

Ein Freund gab den Rat, mit Essig zu spritzen. Es half nicht, brachte mich aber dazu, Essig zu injizieren. Tatsächlich geht die Pflanze oberhalb der Kammer, in die ich injizierte, kaputt, die Kammer darunter erscheint unversehrt und damit auch die Wurzeln bzw. Knollen. Auf dass sie erneut sprießen ... - Haben Sie einen "todsicheren" Tipp?

GARDENA Gartenexperte:

Es gibt zwei systemisch wirkende Mittel die als Herbizid im Hausgarten zugelassen sind und die derzeit als recht wirksam im Gespräch sind. Ich selber habe ganz gute Erfahrungen mit Finalsan GierschFrei von Neudorff gemacht, einem zudem gut umweltverträglichen Mittel. Das wirkt unter anderem gut gegen Giersch, der ja ebenfalls sehr hartnäckig ist. Das Mittel geben Sie auf die Blätter und von dort wandert der Wirkstoff bis in die Wurzeln. Giersch geht dann binnen weniger Stunden ein, da können Sie dabei zugucken. Das könnten Sie mal gegen Fallopia japonica, bzw. Reynoutria japonica oder Polygonum japonicum (wie er mitunter, veraltet, auch noch genannt wird) ausprobieren. Auch roundup ist ein solches systemisches Mittel von dem Sie prüfen können, ob es den Knöterich mit erfasst. Ich sehe mithilfe der beiden genannten Präparate oder eines anderen systemischen Mittels Ihrer Wahl recht gute Chancen, den Knöterich loszuwerden. Wenn alle stricke reißen sollten, so bliebe Ihnen immer noch, durch regelmäßiges Abmähen die Pflanzen nach und nach auszuhungern bzw. die Wurzelstöcke nach der Mahd mit schwarzer Folie lichtdicht abzudecken, auch dadurch gehen sie mit der Zeit ein, weil sie im Laufe von mehreren Wochen dann einfach verhungern. Im Hochsommer tut der Hitzestau unter der Folie sein übriges.


Frage von Wolfgang M.:

Hallo H. Kötter! Meine Frage: Was kann ich gegen Drahtwürmer im Boden (Grabland) machen?

GARDENA Gartenexperte:

Drahtwürmer sind die im Boden lebenden Larven des Saatschnellkäfers und sie schaden dort dem Bewuchs durch Befressen der Wurzeln oder gar ganzer Keimlinge, bis zum Absterben der Pflanzen.

Die Firma Schacht lobt das Produkt Ringelblume als wirksam gegen Drahtwürmer aus ( http://www.schacht.de/pdf/kraeutergarten_BAK.pdf ). Und hier habe ich auch noch eine durchaus als seriös einzustufende Website für Sie, zum Thema Drahtwürmer: http://www.bio-gaertner.de/Articles/II.Pflanzen-allgemeineHinweise/Schaedlinge/Drahtwurmer-Schnellkafer.html . Zudem dieser Artikel, bezogen auf den Befall bei Kartoffeln, ist inhaltsschwanger: http://www.kalkstickstoff.de/pdf/drahtw.pdf . Und wie immer, hat auch die Bayerische Gartenakademie ein hilfreiches Merkblatt parat: http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/infoschriften/garten_allgemein/linkurl_0_6_0_1352.pdf

Kurzum: Nach meinem Kenntnisstand sind zurzeit keine chemischen Produkte zur direkten Bekämpfung der Larven im Hausgarten zugelassen. Insofern bleiben Ihnen, lieber Herr M., wohl nur der Einsatz von Kalkstickstoff mit seiner halbwegs Wirkung, der Einsatz von Kräuterjauche & Co. sowie diejenigen Fangmethoden, die in den hier aufgeführten Links genannt sind.


Frage von Harald S.:

Sehr geehrter Herr Kötter, wir leben in einem tropischen Klima und haben in einem ziemlich großen Garten mit hohen Bäumen sehr großen Laubanfall, zigtausende von langen Kiefernadeln, verschiedene und ebenso viele nussgroße Samenkörner aus den Palmen etc etc. Die Beseitigung dieser großen Mengen Biomüll wäre kein Problem, wenn er auf glatte Oberflächen fiele. Aber unter den Bäumen befinden sich große Rasenflächen.
Ich suche daher einen außerordentlich potenten Blättersauger mit einem variablen Ansaugstutzen (wegen der langen Kiefernadeln). Der Aufnahmebehälter braucht nicht besonders groß zu sein, da häufiges Entleeren keine Rolle spielt. Außerdem muss er ja ins Flugepäck. Gewicht ist nebensächlich. - Können Sie mir Angebote unterbreiten?

GARDENA Gartenexperte:

Den GARDENA Newsletter halten wir bewusst produktneutral, lieber Herr S., deswegen habe ich Ihre Anfrage an den technischen Kunden-Service von Gardena weitergereicht, der sich mit Ihnen dazu in Verbindung setzen wird.


Frage von Hans-Otto K.:

Guten Morgen! Hier meine Frage: Kann man sandigen Boden aufbereiten? Was mache ich bei den eingesäten Rasenflächen, auf dem sich schnell „gelbe Flecken“ bilden? Vielen Dank im Voraus für Ihre prompte Beantwortung meiner Fragen.

GARDENA Gartenexperte:

Prompt, lieber Herr K., kann ich Ihre Frage nur insofern beantworten, als der GARDENA-Newsletter vierzehntägig erscheint und wir der vielen Anfragen wegen auch nicht immer alle Antworten auf Anfragen darin unterbringen. Aber der zur Verfügung stehende Platz setzt da leider Grenzen. Aber wie dem auch sei:
Sandigen Boden können Sie tatsächlich durch verschiedene Maßnahmen verbessern. Grundsätzlich: Sandböden haben ihre Vorteile darin, dass sie sich schnell erwärmen und gut das Wasser abführen sowie locker sind und leicht durchwurzelbar. Nachteil ist halt, dass sie recht schnell austrocknen, und dazu tendieren, vergleichsweise nährstoff- und kalkarm zu sein. Und eben hier setzen die Verbesserungsmöglichkeiten an. Die Grundstruktur können Sie mit Beimengung von Lehmboden erreichen, den Sie in die oberen rund 30 Zentimeter einarbeiten. In diesen bereich gehören auch Mist und Kompost, zur Verbesserung der Humus, Nährstoff und Wasserhaltestruktur des Bodens. Entsprechend zur organischen Masse ist die Kalkung wichtig. Für Gesundungskalkung, also nach längerem nicht kalken, nehme ich 100 Gramm Düngekalk pro Quadratmeter für jeden pH, den ich anheben will, also z. b. von pH 5,5 auf pH 6,5. Ansonsten reicht, als jährliche Erhaltungskalkung, etwa die Hälfte. Ich habe einen recht schlecht strukturierten Sandboden an einer Stelle in meinem Garten mit jährlich einer Schubkarre Grünabfall/Kaninchenmist pro Quadratmeter, plus gelegentlich eine Karre Lehm auf ca. 5 Quadratmeter Beetfläche, binnen weniger Jahre in einen gut Wasser und Nährstoff führenden Gartenbeetboden umgewandelt. Da gedeiht momentan Salat und im Mai folgen ihm, den Sommer über, die Dahlien.

Was die gelben Flecken auf der frisch eingesäten Rasenfläche betrifft, so ist die Ursache dafür in unbesehener Ferndiagnose schwerlich auszumachen. Sie können durch Pilzbefall ebenso verursacht sein wie stellenweise einem physiologischen Düngerschaden oder aber durch lokale Vernässung, die oft infolge von Bodenverdichtung auftritt. Diese Schadensursachen müssten Sie in Ihrem Fall bitte einmal prüfen. Erster Schritt zur Beseitigung wäre die Aufarbeitung des Bodens an den befallenen Stellen, plus Neueinsaat, bei Pilzbefall der Einsatz eines Rasen-Fungizides.


Frage von Engelbert W.:

Hallo, Herr Kötter, ich habe seit ca. 20 Jahren die Rebstöcke im Garten (2 grüne und 2 rote Trauben), diese waren beim Kauf als resistente Reben verkauft worden. Alles schön und gut, aber vor ca. 5 Jahren fingen die Reben kurz nachdem die Beeren in Saft kamen an, grau zu werden. Ich vermute, es ist Grauschimmel. Ich hatte diese Reben noch nie gespritzt und mit dem Düngen war ich auch sparsam. Was empfehlen Sie? Was kann ich tun? Womit sollte ich düngen?

GARDENA Gartenexperte:

Das ist ja mal nett – ein Namensvetter!

In den letzten zwanzig Jahren hat sich bei den pilzfesten Rebsorten einiges getan, lieber Herr W.. Damals war es vor allem noch die ´Boskoop Glory´, die das Rennen gemacht hat, aber diese Sorte gilt heute im Wesentlichen als durch neuere überholt.

Man muss aber fachlich unterscheiden – Laubpilz ist das eine, Traubenbefall das andere. Die Pilzfestigkeit bezieht sich im Wesentlichen auf den Befall mit (Echtem und Falschem) Mehltau. Hier sind die neueren Pilzfesten recht robust. Ich beobachte an meinen sechs verschiedenen Sorten im Garten, dass sie gegen Herbst zwar doch noch mal Pilz bekommen können, dass das aber dann dem Ertrag nichts mehr ausmacht – und darauf kommt es ja an. Bei aller Pilzfestigkeit des Laubes können dennoch die Beeren Grauschimmel bekommen, wenn das Wetter danach ist: warm und feucht. Deswegen ist Laubarbeit angesagt: Die Trauben immer schön frei stellen, indem Sie störendes Reblaub entfernen. Zudem unterstützt die Sortenwahl die Traubengesundheit: Sorten mit lockerem Traubenaufbau sind besser durchlüftet und trocknen also leichter ab als Sorten mit fest geschlossener Traube. Luftiger Standort, luftige Rebe, luftige Traube, rechtzeitige Lese – dann passiert normalerweise nix in Richtung Grauschimmel.

Wenn Sie mal in Sorten für den Hausgarten schwelgen wollen: Das nach meinem Kenntnisstand wohl knackigste Angebot hat Hartmut Schmidt in Obernbreit bei Kitzingen/Würzburg, http://www.rebschule-schmidt.de , da können Sie zwischen rund 80 roten, weißen und roséfarbenen Sorten für den Hausgarten wählen. Übrigens: (Enkel)Kinder mögen besonders gern die kernlosen Sorten.

Auf der Seite finden Sie, lieber Herr W. unter „Infos“ und dort unter „Pflanzanleitung“ auch den Hinweis von Hartmut Schmidt zur Rebendüngung, wonach Sie gefragt haben. Ich selber nehme als Faustregel immer gerne 50 Gramm/Quadratmeter Volldünger an und dünge die Reben tendenziell lieber etwas Kali-betont, für bessere Holzausreifung und Frostfestigkeit.

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