Zur Verbesserung unseres Internetangebots setzen wir Cookies ein. Sofern Sie unser Internetangebot weiter nutzen, stimmen Sie einem Einsatz von Cookies und der Verwendung Ihrer mit Hilfe der Cookies erhobenen personenbezogenen Daten zu. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies können Sie der Datenschutzrichtlinie entnehmen. Cookies

„Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt“, hieß es früher bekanntlich – heute sind daraus die PS bzw. kW geworden. Offenbar kommen auch Sie bald wieder in Fahrt. Das machen zumindest Ihre Anfragen an den GARDENA Gartenexperten Engelbert Kötter deutlich.
Düngerfragen und Pflanzenschutz, Bepflanzungsempfehlung und Rasenempfehlung – sie merken, liebe Leserinnen und Leser des GARDENA Newsletters: Das Gartenjahr ist wieder da! Höchste Zeit, die Nistkästen rauszuhängen und das Gartensaatgut zu kontrollieren!

Frage von A. Z.:

Guten Tag,

ich habe in meinem Garten drei große Tannen, die auch viel Dreck verursachen. Der Garten gehört zu meiner Mietswohnung und ich kann diese leider nicht entfernen. Ich habe ein Problem: Was kann ich unter diesen Tannen pflanzen? Der Boden ist schon stark verwurzelt und Gras kommt nur büschelweise. Würde mich freuen, wenn sie mir einen Tipp zukommen lassen. Danke im Voraus! LG aus B.

GARDENA Gartenexperte:

Weil der Boden unter den Koniferen dicht durchwurzelt ist, steht alles was Sie dorthin pflanzen unter extremem Konkurrenzdruck in Sachen Wasser, Futter und Wurzelraum. Insofern werden Sie ein wenig herumexperimentieren müssen, was da letztendlich den Tannen Stand hält. Unter den Stauden wäre möglicherweise Hosta passend, weil sie ihrerseits extreme Wurzelkonkurrenz aufbaut. Auch Geranium, Storchschnabel, in den Sorten `Spessart´ oder `Ingwersen` ist sehr robust. Beide können Sie wie Bodendecker einsetzen. Als Stauden sind sie aber nur sommergrün. Achten Sie beim Pflanzen auf ausreichend große Pflanzlöcher, damit sich die Neulinge überhaupt etablieren können. Und testen Sie zunächst einmal mit wenigen Exemplaren, ob sie sich unter den gegebenen Bedingungen gegen die Tannen durchsetzen können.
Den alljährlichen Nadelfall der Tannen im Sommer werden Sie nicht abstellen können. Wenn Sie also eine immergrüne Variante bevorzugen sollten, könnte möglicherweise großblättriger Efeu (Hedera `Hibernica´) zu Ihnen passen. Den müssten Sie aber durch gelegentliche Kalkgaben in seiner Vitalität unterstützen, denn in die Nadelspreu gepflanzt, könnte ihm das dort zu bodensauer sein.


Frage von Wolfgang S.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
die letzte Bodenprobe für meinen Gemüsegarten, immer nur mit Kompost gedüngt, weist nun folgendes Ergebnis auf: pH 6,5, Phosphor 30, Kali 12, Magnesium 14, Bodenart sL, uL, L. Wo bekomme ich nun Kali ohne Phosphor, Magnesium und Chlorid her? Comfrey-Jauche hat wohl nicht ausreichend gewirkt. Von Holzasche wird auch meist abgeraten (Schwermetalle).

GARDENA Gartenexperte:

Am einfachsten dürfte es sein, lieber Herr S., wenn Sie das über den regionalen Landhandel beziehen, z. B. als 60er Kali (60 Prozent K2O) oder als Kaliumsulfat (50 Prozent K2O, 18 Prozent S). Patentkali, Kornkali und Magnesia-Kainit enthalten ja zusätzliches Magnesium, die letzten beiden auch Natrium – beides bei Ihnen nicht gewünscht. Beachten Sie aber: Durch seinen Schwefelgehalt wirkt Kaliumsulfat Boden säuernd. Der bei Ihnen gemessene pH 6,5 langt aber für einen Gemüsegarten, deswegen Kaliumsulfat eher dann verwenden, wenn Sie dort entsprechend kalken.


Frage von Manfred T.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
meine aus Steckling selbst gezogene Camelie habe ich für die Winterzeit ins Zimmer genommen. Sie ist voll im Blatt und treibt auch neu aus. Was mich beunruhigt ist das Abwerfen von Blättern (in der Woche 1 – 2 Blätter), die im Blattgewebe kleine dunkle Knötchen zeigen. Ist das ein Pilzbefall? Was soll ich tun? Zur besseren Beurteilbarkeit füge ich einige Fotos von einem abgefallenen Blatt bei. Ich freue mich, von Ihnen Rat zu bekommen, und verbleibe mit den besten Wünschen.

GARDENA Gartenexperte:

Die Bilder sind nicht ganz scharf, lieber Herr T., ich meine auf ihnen aber Schildläuse erkennen zu können, speziell sogar Deckelschildläuse. Deckelschildläuse gehören zusammen mit Napfschildläusen und Weißer Fliege (Mottenschildlaus) in eine Schädlingsgruppe. Speziell aber Deckelschildläuse saugen den Saft einzelner Pflanzenzellen aus und geben keinen klebrigen Honigtau ab, so wie die Napfschildläuse es tun. Damit haben Sie sogleich ein praktisches Unterscheidungsmerkmal zur Hand. Deckelschildläuse injizieren beim Saugen aber toxische Stoffe. Diese führen dann zu gelben, roten oder bräunlichen Flecken auf den Blättern. Die Blätter können dann sogar absterben bzw. abgeworfen werden. Ebenfalls im Gegensatz zur Napfschildlaus, entfernen Sie beim Anheben eines Deckels der Deckelschildlaus immer nur den Deckel (den Schild), weil er mit dem Körper nicht fest verbunden ist. Bei der Napfschildlaus (hier sind Tier und Schild verwachsen) heben Sie das ganze Tier an. Die unterschiedlichen Größen der Tiere auf den von Ihnen vorgelegten Bildern ergeben sich durch die Häutungen der Insekten, es verbergen sich also Tiere unterschiedlichen Alters dahinter. Jungtiere sind übrigens sehr beweglich. Sie wandern auf der Pflanze umher, bis sie sich an passender Stelle niederlassen und dort die Pflanzenzellen aussaugen. Sie Können gegen Deckelschildläuse in Innenräumen Nützlinge einsetzen, z.B. bestimmte Marienkäferarten. Das lohnt aber eher bei einem größeren Pflanzenbestand im Wintergarten, als an Einzelpflanzen im Wohnzimmer. Hier rate ich pragmatischer Weise eher zur Bekämpfung mit einem Präparat gegen Schildläuse, das auf Ölbasis wirkt, z.B. Promanal® AF Neu Schild- und Wolllausfrei, von Neudorff.


Frage von Ralph B.:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Blätter meiner Palmlilie (ca. 2,50 m hoch, bestehend aus einem Stamm, der sich auf drei weitere verzweigt), wurden von unten nach oben welk und mussten abgeschnitten werden. Habe die Pflanze, da sie an der Zimmerdecke anstand abgeschnitten, worauf sich jeweils ein seitlicher Trieb mit gesunden Blättern Richtung Zimmerdecke gebildet hat. Nunmehr meine Frage: Kann ich die Palmlilie generell in ihrer Höhe kürzen, indem ich sie noch im "grünen" Bereich der Äste abschneide und die Schnittflächen luftdicht verschließe - und darauf hoffen, dass sich daraus abermals gesunde Triebe entwickeln? (so dürfte in der Gärtnerei auch die Verzweigung (ca. 50 cm über der Erde erreicht worden sein). Besten Dank im Voraus

GARDENA Gartenexperte:

Das sehen Sie ganz richtig, lieber Herr B.. Yucca elephantipes ist nicht schnittempfindlich, sie verträgt den Rückschnitt sogar bis ins alte Holz – in Ihrem Falle der Basisbereich, aus dem heraus sich die drei beschriebenen Triebe entwickelt haben. Es kann sogar Sinn machen sie gelegentlich bis dahin zurück zu schneiden, weil sie ja bei mehrmaligem Rückschnitt der Yucca keine Mehrfachverzweigungen an einem Trieb erreichen wollen. Das sähe ja unschön aus.
Auch schneide ich einen Seitentrieb lieber mal kräftiger zurück, sonst entwickeln sich an langen Trieben bei Neuaustrieb „Pinsel“. Und je kräftiger Sie reduzieren, desto weniger häufig wird das dann ja auch fällig.
Lediglich rate ich dazu, den Rückschnitt im zeitigen Frühjahr zu machen. Der Lichtreiz ist wesentlich hilfreich, um den Neuaustrieb anzuschieben. Mit erkennbar beginnendem Austrieb die Düngung sinnvoll erhöhen, ggf. die Pflanze umtopfen, falls mal wieder erforderlich.


Frage von Dr. R. B.:

Hallo Gardena,
ich suche einen Rasen der extrem strapazierfähig ist, also eine richtig wilde Sorte. An der Straße vor unserem Haus haben wir einen Graben, der durch Begehen, Trockenheit, Wintersalz, usw. stark belastet wird. Bisherige Grassorten zeigen immer wieder Fehlstellen trotz düngen, regelmäßig mähen und auch hin und wieder wässern.

GARDENA Gartenexperte:

Da brauchen Sie etwas ganz besonders robustes, Herr Dr. B.. Nun kenne ich die genauen Boden- und situativen Verhältnisse bei Ihnen nicht, aber eine Richtung kann ich Ihnen dennoch ausweisen. Für verschiedene Verwendungsarten hat die Deutsche Rasengesellschaft so genannte Regelsaatgutmischungen (RSM) entwickelt. Jede RSM-Mischung ist definiert durch die Art und Menge der darin gemischten Grasgattungen, -arten und -sorten. Je nach Gattung, Art und Sorte sind die Gräser nämlich unterschiedlich zu bewerten im Hinblick auf Wuchsform, Strapazierfähigkeit, Schnittverträglichkeit, Wasser- und Düngerbedarf. Weithin bekannt sind die RSM-Typen „Zierrasen“ (RSM 1) und „Gebrauchsrasen (RSM 2) mit ihren Untergruppen. Für Ihre Zwecke erscheint mir „Gebrauchsrasen in Trockenlagen (RSM 2.2)“ geeignet, und zwar in seiner Variante 2, die durch die robuste Festuca arundinacea geprägt ist. Die Rasentextur ist zwar groblättrig, aber die Mischung ist gut hitzeverträglich. Möglicherweise eine Alternative dazu wäre m. E. „Landschaftsrasen-Trockenlagen“ (RSM 7.2), wahlweise ohne (RSM 7.2.1) oder mit Kräutern (RSM 7.2.2). Der Garten- und Landschaftsbau setzt diese Mischung bei extremen Trockenlagen ein. Das mag in Ihrem Falle deshalb gelten, weil Sie ja auch von Belastungen durch Streusalz sprachen. Wenn Sie einen auf Sportplatzbau spezialisierten Landschaftsgärtner zu Rate ziehen, kann der Ihnen, je nach Bedarfsmenge, die für Sie passende RSM wohl auch besorgen (die denken sackweise, nicht grammweise!). Möglicherweise ist wahlweise hier ein regional für Sie passender Anbieter dabei. Link zur Übersicht

Holen Sie sich inspirierende Gartentipps. Newsletter bestellen