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Hat bei Ihnen der Hibiskus auch so spät ausgetrieben? Was macht man gegen den schwarzen Belag auf Ilex-Blättern? Und wie ist das eigentlich mit der Hygiene, wenn man Taubenmist im Garten verwenden möchte?

Spannende Fragen haben Sie dem GARDENA Gartenexperten Engelbert Kötter wieder einmal geschickt, liebe Leserinnen und Leser und wie immer konnten wir Ihnen einige davon beantworten. Alle zu beantworten, das bekommen wir aus Platzgründen leider nicht hin. Finden wir selber auch schade, aber aus den Zuschriften wissen wir auch, dass die immerhin möglichen (und gerne gegebenen Antworten) aber auf so breites Leseinteresse stoßen, dass offenbar viele Gartenfreunde davon lernen möchten.
Sie sehen: Mit Ihren Fragen an uns sind Sie allemal in bester Gesellschaft!

Frage von Hans Joachim H.:

Hallo und guten Tag,
ich habe ein Problem mit einer Ilex aquifolium: Die ca. 3 m hohe, dicht gewachsene und freistehende Pflanze hat einen schwarzen Belag auf den Blättern, der sich mit etwas Feuchtigkeit zwischen den Fingern abreiben lässt. Frage 1: Was ist das? Frage 2: Wie kriege ich das weg? - Vielen Dank für Ihre Mühe!

GARDENA Gartenexperte:

Das habe ich an Ilex auch schon beobachtet, lieber Herr H.. Die Ursachen liegen (neben tatsächlich auch vorkommenden Russablagerungen) zumeist bei entweder Algenbewuchs oder tatsächlich Russtaupilzen. Auch Kombinationen treten auf. Dunkelgrüner Algenbewuchs tritt bei stehender Luft mit hoher Luftfeuchte auf den Blättern auf. Dann also zum Beispiel, wenn die Pflanze sehr dicht buschig ist und an einem nur wenig belüfteten Gartenplatz steht. Russpilze treten im Nachgang von Läusebefall auf, egal ob Blattläuse oder (Napf)Schildläuse. Dann besiedelt der schwarze Pilz die zuckerhaltigen Läusesekrete. Insofern: Den Ilex immer mal auf Läusebefall kontrollieren. Diese können Sie dann üblicherweise mit speziellen Kali-Seifenlaugen (im Falle der Blattläuse) oder mit Ölpräparaten behandeln. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Seifen, wenn ich das Spritzmittel zwei, dreimal angewendet habe, auch alten Russtaupilzbefall weitgehend von den Blättern mit ablösen helfen.


Frage von K.M.:

Guten Abend, wir haben vor zwei Jahren im Herbst unseren Hibiskusbaum umgepflanzt. Das darauf folgende Jahr hat er spät getrieben und auch Blüten entwickelt. Dieses Jahr hat er noch keine Ansätze für Blätter gezeigt. Ist der Baum nun durch den starken Frost im letzten Jahr beschädigt oder kann er noch kommen? Oder müssen wir ihn jetzt entsorgen? Oder was können wir tun?

GARDENA Gartenexperte:

Hibiskus ist durchaus bekannt für seinen späten Austrieb. Auch blüht er ja erst im August. Aber auch in unserem Garten hat der strenge Frost des letzten Winters der ohnehin etwas frostempfindlicheren Pflanze offenbar auch geschadet. Allgemein beobachte ich, dass Hibiskus in diesem Jahr besonders spät austreibt. Dabei ist oftmals gar nicht so genau zu erkennen, ob noch Leben drin steckt, denn die Rinde der Zweige bleibt lange Zeit glatt. Es wirkt grad so, als wolle die Pflanze oftmals noch austreiben, ist aber zu sehr geschwächt. Und in einigen Fällen bleibt die Pflanze tatsächlich ganz aus. Wenn Ihre Pflanze bis Ende Juni keine Regung mehr gezeigt hat, roden Sie sie. Um zu prüfen, wie die Chancen stehen doch noch auszutreiben, machen Sie die Daumennagelprobe: Kratzen Sie an ein, zwei Zweigen im unteren Drittel der Pflanze die Rinde mit dem Daumennagel ab und schauen Sie, ob sich darunter noch saftiges, grünes Gewebe befindet.
Darüber hinaus schreiben Sie „Hibiskusbaum“ und nicht „Strauch“ – wenn es in Ihrem Garten wirklich ein Stämmchen, ist dann ist im Winter generell noch mehr Sorgfalt angesagt, weil die Stämmchen noch frostgefährdeter als die Sträucher sind. Stämmchen unbedingt im Winter in Winterschutz (wie Jute oder Vlies) einpacken.


Frage von Manuela K.:

Hallo,
ich bekomme von meinem Schwiegervater Taubenmist zur Gartendüngung. Alles wächst super, wenn ich nicht zuviel davon verwende.
Meine Frage: Ist der Dünger schädlich, wenn ich das Gemüse (Tomaten, Rhabarber usw.) konsumiere? Welche Dünger sind unschädlich für uns Menschen?

GARDENA Gartenexperte:

Taubenmist ist, wie Hühnermist auch, ein nährstoffreicher Dünger und von daher gut für den Garten geeignet. Ebenso wie – in der Reihenfolge ihrer Nährstoffdichte – Pferde-, Rinder- und Schweinemist. All diese Dünger fallen, neben Kaninchenmist, im ländlichen Raum ja durchaus an und werden auch heute noch weithin im Garten mit verwendet. Üblicherweise werden diese Dünger untergegraben und sind dann insofern weniger kritisch, als sie dann kaum mehr Gefahr laufen, mit Nahrung aus dem Garten unmittelbar in Kontakt zu kommen. Anders bei oberflächiger Anwendung, etwa von klassischen Dunggüssen aus Geflügelmist.
Generell schwingt bei Geflügelmist immer die Gefahr von Salmonellen mit. Oder bei Kaninchenmist die von Kokkzidien. Weil man eben keine Gefahr komplett ausschließen kann, sollte man – wegen möglicher Salmonellenanheftungen – ja auch keine Eierschalen auf den Kompost geben und generell kein benutztes Kleintierstreu. Denn üblicherweise werden Hauskomposte nicht bei heißer Rotte gefahren, welche dann Keime vernichten könnte. Sie sehen, selbst ein Komposthaufen könnte Anlass zu Sorge aus Hygienegründen geben.
Aber in dreißig Jahren Gartenbaubranche, ist mir in der Praxis noch kein Infektionsfall begegnet, welcher eine Kompost- oder Düngerverwendung im Garten zur Ursache gehabt hätte. Insofern sind hygienische Bedenken zwar grundsätzlich berechtigt, aber ich denke, dass spätestens bei der Einhaltung der Küchenhygiene das gewaschene oder sogar gegarte Erntegut keinen Anlass zur Sorge geben sollte.
Wer sich dennoch in Ängsten wiegt, muss auf organische Dünger in seinem Garten nicht verzichten sondern kann auf eine Vielzahl entsprechender Produkte zurückgreifen, von den klassischen Hornspänen, über Produkte aus Rhizinusschrot bis hin zu gekörntem (und daher thermisch behandeltem) Rinderdung.


Frage von Kerstin S.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
wir haben eine Schwarzgrüne Liguster "Atrovirens" - Hecke. Leider kämpfen wir seit ca. drei Jahren um ihr Überleben. Im Frühjahr treibt sie immer sehr schön aus und nach kurzer Zeit rollen sich die Blätter zusammen und hängen als Stäbchen am Ast oder verlieren ihr Chlorophyll und fallen ab. Die Hecke wird immer kahler. Im Baumarkt sagte man uns, das sei der Rüsselkäfer, vielmehr die Larven und man kann da mit Nematoden ankämpfen. Also haben wir jetzt bereits im 3. Jahr Nematoden gekauft und unsere Hecke damit begossen, nur gebracht hat es nichts. Letztendlich haben wir immer mehr von unserer Hecke ausgebuddelt und weggeschmissen, weil irgendwann nur noch Stöcke ohne Blätter in der Erde steckten. Können Sie helfen und haben einen Rat für uns? Für Ihre Bemühungen bedanken wir uns schon mal im Voraus.

GARDENA Gartenexperte:

Das ist scheins eine größere Baustelle, liebe Frau S.. Wenn die Liguster zunächst normal austreiben und dann die Blätter rollen, so ist das ein Zeichen dafür, dass ab Zeitpunkt X die Wurzeln geschädigt sind, der Wasserhaushalt der Pflanze nicht funktioniert und sie deswegen, als Verdunstungsschutz, die Blätter rollt. Da denkt man unweigerlich an Engerlinge oder Rüsselkäferlarven. Zu denen wäre auch der Tipp mit den Nematoden korrekt. Was mich aber stutzig macht ist das „Verlieren von Chlorophyll, das Sie beschreiben, also werden die Blätter offenbar gelb. Insofern könnte es durchaus auch sein, dass im Boden irgendetwas passiert, das die Pflanze zum Absterben bringt – von Streusalz bis Katzentoilette ist da alles denkbar. Das Ganze aus der Ferne zu beurteilen, ist unbesehen so eine Sache. Da wären Fotos hilfreich. Aber welche Beobachtung haben Sie denn beim Ausgraben der kranken Pflanzen gemacht – waren da die Wurzeln erkennbar krank? Oder angefressen? Haben Sie die Liguster zum Befallszeitpunkt ausgegraben und haben Sie dabei Larven im Wurzelbereich gefunden (es könnten ja auch Engerlinge gewesen sein)? Waren die ausgegrabenen Wurzeln von innen gesund (Querschnitt/Längsschnitt anschauen) oder hatten die einen Pilzbefall? Das alles müsste man vor Ort klären. Auch ganz pragmatische Dinge, wie Bodenverdichtungen, können in der Gesamtbeurteilung eine Rolle spielen. Was nun schlussendlich noch einmal die vermuteten Rüsselkäferlarven angeht, so sollten dann die Blätter der Liguster und anderer Gehölze im unmittelbaren Umfeld einen Buchtenfraß der Blätterränder ausweisen. Googeln Sie mal Bilder „Rhododendron Buchtenfraß“, da können sie dieses Schadbild mal sehen, plus Käfer und Larven. Und schließlich sollten drei Jahre Nematodeneinsatz ihre Wirkung gezeigt haben.
Insofern: Unbesehen kann ich lediglich versuchen, Ihnen bei der Suche nach der Schadensursache Hilfestellung zu geben. Aber vielleicht ist ja eine richtungsweisende Fährte für Sie dabei.


Frage von Familie G. und Frage von W. P.:

Familie G.:
Guten Tag Herr Kötter,
gerade habe ich Ihre Antwort zur Brennnessel gelesen. Dort geben Sie als mögliche Hilfe "Giersch-Frei" an. Hilft dieses Mittel auch gegen den sich immer mehr in und vor unserem Garten ausbreitenden Ackerschachtelhalm? Haben es schon mit "Round-up" versucht, was nicht half. Und dabei hab ich das gleich konzentriert mit einem kleinen Pinsel direkt aufgestrichen. Auf der Packung wird aber schon darauf verwiesen, dass es dagegen nicht hilft. Bisher reiße ich den Ackerschachtelhalm in den Blumenrabatten einfach ab, aber auf dem Weg vor unserem Garten? Der Weg besteht aus rotem Steinmehl und ist steinig und befestigt und mit der Rüttelplatte verdichtet.
Das interessiert aber den Ackerschachtelhalm nicht. Dort habe ich den Eindruck, je mehr ich versuche, ihn auszureißen, umso besser kommt er wieder nach. Was kann man da tun? Haben Sie da einen Rat? - Vielen Dank übrigens für die vielen nützlichen Ratschläge, ich möchte sie nicht mehr missen, obwohl wir unseren Garten schon viele Jahre haben - es gibt immer was Neues zu erfahren.

Frage von W.P.:
Sehr geehrter Herr Kötter,
haben sie ein Mittel gegen Distel?

GARDENA Gartenexperte:

Ihnen beiden kann ich gerne den von Ihnen, liebe Familie G., zugespielten Ball „Giersch frei“ zurückspielen. Das Präparat wirkt nämlich auch gegen Ackerschachtelhalm und Disteln.
Mit dem Abreißen des Schachtelhalms sprechen Sie so ein Thema an! Das wird oft versucht, funktioniert aber nicht wirklich. Der Grund ist einleuchtend: Ackerschachtelhalm wurzelt gut und gerne zwei Meter tief, da reißen Sie mit dem Wedel bestenfalls in wenigen Zentimetern Tiefe ein Stück von der Wurzel ab. An der Wunde verzweigt die Pflanze und kommt mit zwei, drei neuen Wedeln an die Oberfläche. Insofern brauchen Sie zur effektiven Bekämpfung des Ackerschachtelhalms tatsächlich ein Präparat, das über das Laub bis in die Wurzel hinein wirkt.
Aufmerksame regelmäßige Leserinnen und Leser des GARDENA-Newsletters haben in diesem Kontext aber bereits mitbekommen, dass das oben genannte Präparat – wie alle Herbizide – hierzulande laut Pflanzenschutzgesetz keine Zulassung für die Anwendung auf Wegen und Plätzen im Haus- und Kleingarten hat.
Insofern gilt für Ihren Schachtelhalm, liebe Familie G.: Er hat ein Refugium unter dem Weg gefunden, denn auf dem Weg dürfen Sie ihn nicht chemisch bekämpfen. Hier bleibt Ihnen also nichts anderes übrig, als den Lästling aus dem Untergrund weiterhin mechanisch zu bekämpfen in der Hoffnung, ihn irgendwann einmal ausgehungert zu haben, weil er keine Fotosynthese mehr betreiben kann.

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