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Schönes neues Gartenjahr Ihnen allen! In der letzten Ausgabe Ihres GARDENA-Newsletters hat sich Ihr Gardena Gartenexperte Engelbert Kötter nicht blicken lassen – aber keine Sorge, er ist nicht etwa im Winterschlaf. Denn im Garten gibt es rund ums Jahr etwas zu beobachten, zu klären, zu (be)arbeiten. So sind denn auch wieder eine ganze Reihe von Anfragen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, beim Gardena-Gartenexperten Engelbert Kötter eingegangen, die es nun zu beantworten gilt. Vier davon lesen Sie im Folgenden. Wie schon oft berichtet, können wir natürlich nicht immer alle Antworten auf Fragen unserer Leserinnen und Leser in einer Newsletter-Ausgabe unterbringen, bemühen uns aber, im Rahmen des verfügbaren Platzes doch möglichst viele Anfragen zu beantworten – und wenn es gestreckt passiert, also zeitlich verzögert. Sie sehen also: Es lohnt sich allemal, den GARDENA-Newsletter regelmäßig zu verfolgen! – Auf geht´s, ins neue Gartenjahr, her mit Ihren Fragen!

Frage von Hildegard H.:

wie trocknet man Küchenlorbeerblätter für die Winterzeit, oder darf man auch im Winter Blätter von dem Busch abzupfen, ohne dem Busch damit zu schaden?

Der GARDENA Gartenexperte:

Ähnlich anderen immergrünen Kräutern, Rosmarin oder Thymian zum Beispiel, können Sie auch den Lorbeer grundsätzlich ganzjährig beernten. Im Sommer sind die Blätter dieser Pflanzen allerdings aromatischer. Für die Bevorratung als Gewürz im Winter, können Sie gerade beim Lorbeer gut diejenigen Zweige verwenden, die im Hochsommer ohnehin im Rahmen des Formschnittes bei Pyramiden und Kugeln anfallen. Die Zweige können Sie dann entweder auf Draht auslegen oder zu lockeren Büscheln zusammenbinden und sie gut belüftet im warmen Schatten ausgelegt (dann das Wenden nicht vergessen) bzw. aufgehängt rascheltrocken werden lassen.
Grundsätzlich sind frische Blätter den getrockneten ja vorzuziehen, weil sie ein viel durchdringenderes Aroma besitzen. Gerade beim Lorbeer ist das Aroma der frischen Blätter aber dem einen oder anderen doch zu würzig. Deswegen rate ich Ihnen dazu, selbst ein wenig herumzuexperimentieren, ob Sie und Ihre Familie rund ums Jahr letztlich lieber die getrockneten oder frischen Blätter verwenden möchten, mehr die jüngeren oder älteren.


Frage von Barbara und Herrmann W.:

Wir sind dabei unseren Garten, weil wir beide das Rentenalter nun schon einige Zeit überschritten haben und sich die eine und andere Krankheit und Gebrechlichkeit eingestellt hat, und z. B. das Bücken um Gartenarbeit in den Gemüse- und Blumenbeten zu verrichten immer schwerer fällt, haben wir nun angefangen, unseren nicht kleinen Garten umzugestalten.

Damit unser Garten nach der Umgestaltung zukünftig ein Bild ergibt, haben wir Hochbeete angelegt. Zudem haben wir alte Kisch- und Pflaumenbäume gerodet, drei vor circa sechs Jahren gepflanzte Obstbäume versetzt: zwei Birnenbäume, einmal Spindelbusch und einmal Busch, und einen Apfelbaum (Klarapfel/Augustapfel), ebenfalls ein Busch, zuvor beschnitten.

Wir haben nun drei Fragen:
Alle drei Bäume haben Schorf an den Ästen angesetzt. Wie und was können wir tun, damit der Schorf wieder verschwindet?
Ein Hochbeet haben wir mit zwei Kultur-Blaubeeren, vier Heidelbeeren und noch zwei Cranberries bepflanzt. Alle diese Pflanzen lieben doch wohl saueren Boden?
Wie kann ich diesen Boden herstellen? Ist eine Gabe mit Bittersalz hier die geeignete Maßnahme?

Der GARDENA Gartenexperte:

Fangen wir mit den Hochbeeten an, liebe Familie W.: Die Beerenpflanzen benötigen in der Tat einen sauren Boden, der pH-Wert sollte bei etwa 5,5 liegen. Das erreichen Sie, wenn Sie über einer Befüllung des Hochbeetes mit gut durchlässigem Gartenboden dann eine Schicht aus 30-40 cm Gemisch aus Torf und Sand (1:1) auftragen, es dürfen auch gerne ein paar Schaufeln Lehm dabei sein. Sie können, statt Torf (am besten groben Weißtorf), auch Torf und Rindenkompost (halbe-halbe) nehmen.
Speziell bei stark kalkhaltigem Gießwasser in ihrem Garten gilt es dann, durch weitere jährliche Gaben von Rindenkompost und Torf den Boden-pH sauer zu halten. Falls der Boden nämlich neutral bis kalkhaltig werden sollte, würden die Pflanzen mit Wachstumsdepressionen und zunächst einmal Blattchlorosen reagieren, vor allem Eisenmangel-Chlorosen (hellgelbe Blätter). Kalk könnten Sie allerdings nicht nur per Gießwasser, sondern auch mit dem Dünger ins Beet eintragen. Verwenden Sie daher nur speziellen sauer wirkenden Beerendünger, Rhododendrondünger oder sauer wirkende, salzfreie Mehrnährstoffdünger inklusive Spurenelemente. Bittersalz, nach dem Sie gefragt hatten, können Sie durchaus etwas beifüttern, für die optimale Magnesiumversorgung. Dieser Dünger ist aber nur ein Nebenkriegsschauplatz, der Volldünger plus Spurenelemente ist wichtiger.
Interessante Infos gerade zu Beerenobst gibt´s bei Häberli, einem Beerenspezialisten, der auch immer recht nette Neuheiten im Sortiment bringt. Dort auf der Website gibt´s zu verschiedenen Beeren echt informative Kulturanleitungen. Vielleicht mögen Sie da ja mal zusätzlich stöbern? Hier der link dorthin: www.haeberli-beeren.ch und www.haeberli-beeren.ch/kulturanleitungen . Zweitens zu der Sache mit dem Schorf: Wenn es wirklich die Pilzkrankheit Schorf ist, dann hilft der Einsatz von umweltverträglichen Pilzfrei-Mitteln. Neudorff beispielsweise hat da Präparate im Sortiment und empfiehlt gegen Apfelschorf: „Kurz vor Austrieb 3%ig, danach bei feuchter Witterung alle 4-10 Tage 1%ig mit Neudo®-Vital Obst-Pilzschutz spritzen”. Durch Schnittmaßnahmen, welche das Obstgehölz gut durchlüften und nasse Blätter möglichst rasch abtrocknen lassen, verhindern Sie ein feuchtes Kleinklima, das ja dem Schorfbefall zuträglich ist. Solche Schnittmaßnahmen im Gesamtgarten, die dann auf die gute Belüftung des Gehölzes und gleich des ganzen Gartens abzielen, sind geeignet, Flechten auf den Obstbaumzweigen entgegen zu wirken, wie sie bei hoher Luftfeuchte entstehen, auf der Astrinde wachsen, dem Baum selbst aber nichts anhaben. Solche Flechten werden, fälschlicherweise, auch öfters „Schorf“ genannt.


Frage von Ingeborg K.:

Besitze seit circa fünf Jahren einen Feigenbaum (im Freien). Da er im letzten Winter einigen Frost abbekommen hat - kamen die Früchte erst sehr spät. Davon sind nur wenige noch reif geworden. Die meisten Früchte hängen noch - soll man sie abmachen - oder faulen lassen?

Der GARDENA Gartenexperte:

Das ist an meinem Exemplar (ich habe die Bayernfeige, Violetta) auch so. Die Feige fruchtet ja im Juli. Die Früchte dazu sind bereits im Herbst angelegt und überwintern am Zweig. Hierzulande kann sie dann leicht einmal der Frost hinwegraffen. Wenn dann ganze Zweige erfroren sind und die Pflanze im Frühjahr neu austreibt, bildet sie auch dann noch einmal Früchte aus, die aber erst im Sommer erscheinen und folglich in unseren Klimaten nicht mehr ausreifen. Deswegen lohnt es die Mühe, die Feige so durch den Winter zu bringen, dass die Fruchtansätze möglichst überleben.
Die Problemzeit für frostfeste Feigen ist speziell der Spätwinter, ab Ende Januar. Wenn die Sonne bereits an Kraft gewonnen hat und tagsüber die Pflanze aufheizt, sie dann vom Nachtfrost wieder eins auf den Deckel bekommt – diese weite Spanne des Temperaturwechsels verträgt sie nicht. Die Feige heizt umso mehr auf, wenn sie an einer sonnenbeschienenen Hauswand steht. Was im Sommer optimal ist, kann im Winter das genannte Problem nur unterstreichen. Ich werde meine Feige folglich in den nächsten Tagen vorsorglich in Vlies dick einpacken in der Erwartung, die starken Temperaturschwankungen so von ihr abzuhalten und die Fruchtansätze für 2012 für die Reife zu retten.
Es gibt schlussendlich auch eine Premium-Lösung. Derzufolge pflanzen Sie die Feige einfach in den Garten, frei stehend in die volle Sonne und stellen im Winter einen Florino (www.florino-online.de) darüber. Mit einem Frostwächter können Sie verhindern, dass die Temperaturen im Florino weit unter Null absacken und können bei starker Wärmeentwicklung großzügig lüften. Weil die Feige ja winterkahl ist, können Sie den Florino auch gut mit Schattenleinen schattieren, um von vornherein das Aufheizen durch winterliche Sonneneinstrahlung zu reduzieren.


Frage von Heinz Z.:

wann und wie schneidet man Garten-Hortensien? Wann schneidet man die verblühten Blüten und wie weit von der Blüte entfernt? Wie schneidet man einen Hortensienbusch, wenn man ihn von ca. 1 m auf 3/4m verkleinern will? - Danke im Voraus für Ihre Nachricht.

Der GARDENA Gartenexperte:

Je nach dem, welche Hortensie Sie meinen, hat die ein etwas unterschiedliches Blühverhalten, lieber Herr Z. und nach diesem Blühverhalten richtet sich der Schnitt um zu verhindern, dass Sie die Blüten mit dem Schnitt entfernen:
Bauernhortensien setzen ihre Blüten bereits im Vorjahr an (hier: 2011). Wenn sie stark zurückfrieren oder Sie sie im Frühjahr schneiden, dann ist auch die Blüte des nächsten Jahres (hier: 2012) dahin. Bauernhortensien werden deswegen im Schnitt geschont oder gar von ihm ganz verschont.
Wald- und Rispenhortensien hingegen, bilden ihre Blüten am diesjährigen Trieb (hier also: 2012). Deswegen schneiden Sie diese im Frühjahr kräftig zurück, damit sich neue blütenstarke Triebe für das laufende Jahr, für die Blüte im Spätsommer entwickeln.
Was die alten Blüten angeht, so können Sie sie entweder direkt nach der Blüte abschneiden, oder sie als Winterschmuck an der Pflanze belassen und sie erst im Frühjahr abschneiden. Bei Rispenhortensien würden Sie die alten Blütenstände folglich zum Zeitpunkt des kräftigen Frühjahrsschnittes abschneiden, bei den Bauernhortensien entsprechend nur die alten Blütenstände abknipsen, ohne die darunter liegenden Knospen zu schädigen.
Alternative: Sie können die Hortensienblüten ab Vollblüte und bis gegen Ende der Blütezeit (noch vor beginnendem Bräunen) abschneiden (Rispenhortensien mit Stiellänge) und sie für Trockensträuße verwenden. Nach dem Trockenwerden können Sie sie durchaus mit Farbspray einfärben, wenn Sie mögen.
Und wenn Sie, wie ebenfalls angefragt, die Hortensie einkürzen mögen, dann schneiden Sie sie an einem Zweig auf das gewünschte Maß zurück – geschickter Weise an einer Stelle am Zweig, an der sich dieser Trieb verzweigt (falls möglich). Dieses Schnittmaß ist dann Ihr Referenzmaß: Schneiden Sie von hier ausgehend die Hortensie rundherum gleichmäßig auf dieses Referenzmaß herunter. Weil Sie dabei ja jeden Trieb um die gleiche Länge reduzieren, sieht die Pflanze abschließend nicht abgesenst aus, sondern ist in ihrer natürlichen Form ganz unbeeinträchtigt (Mitte höher, Seiten tiefer) – nur eben kleiner geworden. Von meinem Vater, der ebenfalls Gärtner war, habe ich schon früh gelernt: Man darf einer korrekt geschnittenen Pflanze nicht wirklich ansehen, dass sie geschnitten wurde.
Denken Sie aber daran, lieber Herr Z.: Wenn Sie die Bauernhortensie heuer im Frühjahr zurückschneiden, ist die Blüte 2012 dahin.

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