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Obstbäume, Kräuter, Bodendecker – Ihre Anfragen an den GARDENA-Gartenexperten waren wieder einmal sehr vielseitig, liebe Leserinnen und Leser. Schade eigentlich, dass wir immer nur ausgewählte Fragen aus dem Fragepool beantworten können, denn Ihre Fragen spiegeln immer so wunderbar die Vielseitigkeit des Gartens wieder, egal, zu welcher Jahreszeit.

Unser Tipp: Bitte verfolgen Sie den Newsletter auch deswegen regelmäßig, weil nicht auf alle eingehenden Fragen von Ihnen bereits in der unmittelbar folgenden Ausgabe Ihres GARDENA-Newsletters geantwortet werden kann – mitunter passiert das mehr oder minder zeitversetzt, weil der verfügbare Platz pro Ausgabe schlichtweg begrenzt ist. Wir freuen uns aber über Ihre bisherigen Rückmeldungen die besagen, dass unsere Newsletter Ihnen allemal ein Lesevergnügen und in jedem Fall ein Erkenntniszuwachs sind – unabhängig vom Fragesteller. Insofern: nun wieder viel Gartenvergnügen mit Ihren aktuellen Fragen – und unseren Gartenexperten-Antworten.

Frage von Maren W.:

Wir haben vor kurzem einen 4-fach-Baum erstanden. Grundlage ist eine Zwetschge, darauf eine Pflaume, dann eine Reineclaude und noch eine Mirabelle.
Als wir diesen Erwerb einem Bekannten mitteilten, sagte er, dass wir dann ja auch gleich gegen Monilia vorgehen müssten und "schön" spritzen müssten, damit wir in den Genuss dieser leckeren Früchte kämen.
Ist es tatsächlich so, dass wir lieber vorsichtshalber gegen Monilia etwas unternehmen sollten?
Wenn ja, welches Mittel ist empfehlenswert und wann müsste es eingesetzt werden?
Vielleicht sollte ich als Info. noch dazu schreiben, dass wir im Garten auch von der Kohlhernie betroffen sind. Und da es sich ja hierbei auch um einen Pilz handelt, scheint unser Garten unerwünschte Pilze zu lieben!?

Der GARDENA Gartenexperte:

Na, erstmal langsam, liebe Frau W., denn es ist ja gar nicht gesagt, dass der Baum zwingend Monilia bekommen wird. Etliche Sauerkirschsorten und auch Süßkirschsorten sind eher Monilia anfällig Monilia-Spitzendürre und Monilia-Fruchtfäule) und zeigen dann die bekannte Spitzendürre bzw. die Fäulnis der am Baum verbleibenden Früchte, mit den typischen beigefarbenen Pilzpusteln. Gegen beides kann man recht gut mit einem Pilzmitte vorgehen, das zwei, drei mal gespritzt wird: einmal kurz vor dem Öffnen der vollen Knospen, dann eine oder (bei lang anhaltender Blüte) zwei Spritzungen in die offene Blüte. Präparate dazu sind z. B. Pilzfrei Ectivo oder Bayer Garten Universal-Pilzfrei Baycor M (beide mit dem Wirkstoff Myclobutanil) und, zum Wirkstoffwechsel, damit der Pilz keine resistenzen bildet, von COMPO das Präparat Duaxo Universal Pilz-frei (Wirkstoff Difenoconazol).
Bei Zwetschgen, Reineclaude und Mirabelle tritt Monilia aber hauptsächlich auf der Frucht auf (als Monilia-Fruchtfäule ) und bildet dort die beigefarbenen Pilztupfer auf faulenden und am Baum eintrocknenden Früchten. Die Mumienfrüchte an Zwetschgen bzw. Pflaumen, die man im Winterhalbjahr oftmals noch in den Bäumen hängen sieht: Das ist Monilia-Befall.
Dagegen zu spritzen ist ehr schwierig, weil man dazu in den voll belaubten Baum spritzen muss und dass auch noch zu einer Zeit der beginnenden Fruchtreife. Das lohnt aber wohl erst, wenn Sie merken, dass an Ihrem Baum Monilia ein Problem werden könnte. Zuvor langt im Grunde die Vorsorge: 1. Baumkrone insgesamt durch Schneiden halbwegs luftig halten, dass die Krone gut durchlüftet ist und auch im feuchten Sommerhalbjahr immer gut abtrocknen kann. 2. Fruchtkontrollen in der Reifezeit und frühzeitiges Entfernen von entstehenden Befallsstellen. 3. Sollten Mumienfrüchte auftreten, so entfernen Sie auch diese, komplett.
Wenn Sie Spritzen müssten, so gibt es dazu Präparate wie z. B. Bayer Garten Obst-Pilzfrei Teldor oder Monizin-Obst-Pilzfrei. Wirkstoff ist bei beiden Feinhexamid.


Frage von Thorsten B.:

ich habe eine Frage zu Wasserdost und gewöhnlichem Dost. Muss gewöhnlicher Dost vor dem Winter zurückgeschnitten werden?

Der GARDENA Gartenexperte:

Wasserdost und Dost, das sind zwei verschiedene paar Stiefel, lieber Herr B.. Dost im eigentlichen Sinne ist ja Oregano, also Origanum vulgare vulgare, ein Lippenblütler und Würzkraut. Findet man außerhalb von Gärten oft in der Kulturlandschaft verwildert, an sonnigen Stellen mit meist magereren, trockeneren Böden, als „Wilden Majoran“. Als eine Wärme liebende Pflanze mit Ursprung im mediterranen Raum, kann sie in strengen Wintern schon mal Schaden nehmen. Deswegen empfehle ich immer, die Pflanze erst im Frühjahr knapp über dem Boden abzuschneiden (auch wenn es eine Staude ist), dann, wenn man den vorsorglichen Winterschutz (Fichtenreisig) abnimmt.
Wasserdost (Eupatorium maculatum) hingegen ist eine Zierstaude des Lebensbereiches Fr 3b, also des frischen bis feuchten Bodens und ein Korbblütler. Der Gewöhnliche Wasserdost Eupatorium cannabinum wurde früher als Heilpflanze bei Leberleiden eingesetzt. Wasserdoste können Sie wahlweise im Herbst oder Frühjahr zurückschneiden. In strengen Frostlagen bevorzugt im Frühjahr. – Aber was wäre Ihre Frage zu Wasserdost gewesen? Die fehlt nämlich in Ihrer Mail.


Frage von Milada W.:

Sehr geehrter Herr Kötter,

der Bodendecker Cotoneaster dammeri auf der Böschung von unserem Garten (vor sechs Jahren gesetzt) hat seit dem Sommer braune, trockene Blätter mit einem weißen, pilzartigen Belag. Der Belag sieht klebrig aus, ist aber trocken. Der Schaden hat sich bereits über die ganze Böschung ausgebreitet. Die langen Zweige, welche über eine Mauer hängen und einen wunderschönen Blickfang bieten, sind noch nicht betroffen. Anhand der beigefügten Fotos bitte ich um eine Diagnose und um einen Ratschlag, welche Maßnahmen wir durchführen sollen.

Der GARDENA Gartenexperte:

Das ganze ist in Ihrem Fall etwas komplizierter, liebe Frau W., denn die Schadursache ist anhand der beigefügten Bilder nicht zweifelsfrei zu beurteilen. Meine Vermutung geht in Richtung Pilzerkrankung. Die Art wie die Blätter faulen, erinnert an das Schadbild von Phytium. Der Pilz besiedelt durchaus Cotoneaster dammeri, üblicherweise aber eher Jungpflanzen als ausgewachsene Bestände. Ob darüber hinaus der weiße Pilzbelag das Aussporen des ursächlichen Schadpilzes ist oder aber ein Sekundärbefall des bereits abgestorbenen Gewebes, auch das muss man prüfen. Zumindest scheint mir der Befall nicht durch das Bakterium Erwinia verursacht zu sein, den Feuerbrand – einer meldepflichtigen Krankheit.
Gleichwohl rate ich dazu, sich mit einem amtlichen Pflanzenschutzdienst (Kontakt dorthin bei Ihrem Landratsamt erfragen) in Verbindung zu setzen, damit dieser den Verursacher verbindlich feststellt, denn der Schaden ist in Ihrem Fall ja durchaus beträchtlich. Sobald dieser Verursacher dann klar definiert ist, schließt sich die Frage nach seiner konkreten Bekämpfung an.

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