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Wie lange ist Rasensaatgut keimfähig? Warum kriegen Zimmerorchideen (Blatt)Läuse? Wie schneidet man eine zu groß werdende Magnolie zurück bzw. wie bändigt man einen Bambus? All das sind Ihre aktuellen Fragen an den GARDENA Gartenexperten Engelbert Kötter, die er Ihnen gerne beantwortet.

Wir erleben in letzter Zeit in Verbindung mit Anfragen an den GARDENA Gartenexperten zunehmend die Erwartung, sofort unmittelbar eine persönliche Antwort per Mail oder Telefon zu erhalten. Erlauben Sie daher eine kurze Notiz zur "Funktionsweise" der Gartentipps im GARDENA-Newsletter.

Von all den eingehenden Fragen werden bevorzugt diejenigen beantwortet, die möglichst viele Abonnenten ansprechen. Zudem erhalten wir üblicherweise mehr Anfragen, als wir in einer Ausgabe des Newsletters platzmäßig beantworten können. Weswegen eine Antwort nicht zwingend im darauf folgenden Newsletter erscheinen muss. Dennoch erreichen wir durch diese Vorgehensweise eine Beantwortungsquote von - im Laufe der Zeit - annähernd 100 Prozent.

Der GARDENA-Newsletter ist also nicht auf die direkte persönliche Beantwortung von Gartenfragen per Mail angelegt, sondern im Rahmen dieses Newsletters ist es ja gerade wertvoll für alle der mehreren tausend Abonnenten, aus den Fragen der anderen Gartenfreunde und den dazugehörigen Antworten des GARDENA Gartenexperten Engelbert Kötter zu lernen. Daher unsere Bitte an Sie: Wir nehmen Sie und Ihre Anfrage um Gartenrat sehr ernst und antworten Ihnen ebenso herzlich gern wie fachlich kompetent. Weil wir aber keine 1:1-Antworten leisten können, haben Sie bitte Verständnis dafür, dass diese Antworten im Rahmen des GARDENA Newsletters erfolgen.

Frage von Katharina R.-W.:

Hallo, Herr Kötter,
vor ca. 2 Jahren füllten wir unser bisschen Rasenfläche mit Rindenmulch (ungefähr 20 cm) auf, da wir momentan überhaupt keine Zeit haben, um uns um Garten und Rasenmähen zu kümmern. Mittlerweile hat sich der Rindenmulch gut gesetzt und es wächst kaum Unkraut durch. Doch seit neuestem bilden sich gelbe Flecken/Flächen, die sich immer mehr seitlich ausbreiten, orange und dann rostfarben bis braun werden. Zwei dunkelorange Fladen habe ich schon abgehoben, die waren etwa 5 cm hoch, ca. 40x30 cm und von der Konsistenz eher fest.

Haben Sie eine Idee, was das sein könnte? Unser Garten wird häufig von Nachbarskatzen aufgesucht und im vergangenen Jahr hatten wir Disteln ohne Ende, die ich dann sehr kräftig mit Round up besprühte. Meine Frage nun, wie kann ich diese Fladen bereits im Entstehen bekämpfen?

GARDENA Gartenexperte:

Ihrer Beschreibung nach, liebe Frau R.-W., handelt es sich um Pilze, die das Mulchmaterial zersetzen. Das ist unschön anzusehen, aber nichts Ungewöhnliches, denn Holz wird in der Natur weitestgehend von Pilzen zersetzt. Diese Pilze sind weit verbreitet, zumindest als Sporen nahezu überall vorhanden.

Insofern können Sie die Besiedelung des Mulchmaterials mit Pilzsporen und später Pilzmyzelen nicht verhindern. Die Wurzelgeflechte, eben diese Myzele, sehen Sie, wenn überhaupt, üblicherweise nur als weißes netzartiges Geflecht. Erst die Sporen tragenden Fruchtkörper(zumindest bei den Ständerpilzen) die typischen Pilze, mit Stiel und Hut. Nur gibt es eben nicht nur Ständerpilze, sondern auch andere – wie diejenigen, die bei Ihnen als unschöne Flecken auftauchen.

Wirklich verhindern lassen sie sich nicht, aus gerade genannten Gründen. Ein zumindest theoretischer Ansatz aber ist dieser: Pilze sind an saures Bodenmillieu gebunden. Wenn Sie also die Fläche stark kalken (etwa 300 bis 400 Gramm Gartenkalk pro Quadratmeter) würden Sie damit den Boden-pH ins Alkalische verschieben (pro 100 Gramm um einen pH, hier also von vermutlich pH 5 auf pH 8 oder gar 9) mit der Hoffnung, zumindest die oberen Bodenbereiche für Pilze lebensunfreundlich zu gestalten. 25 kg-Sackware Gartenkalk bekommen Sie (da Sie in Bayern wohnen) z.B. bei der BAYWA.


Frage von Dieter O.:

Sehr geehrter Herr Kötter.
Können Sie mir, bitte, einen Rat geben, wie man sinnvoller Weise eine Magnolie beschneiden kann, um sie nicht ganz so groß werden zu lassen. Es ist immer sehr schön sie im Frühjahr blühend zu erleben, wenn sie dann jedoch für den Rest des Jahres nur als Schatten spendender Baum das übrige Beet beeinträchtigt, bin ich nicht mehr so begeistert. Wie sollte man die Magnolie stutzen?

GARDENA Gartenexperte:

Ihre Frage, lieber Herr O., ist geradezu ein Klassiker, denn beim Pflanzen eines Gartengehölzes wird leider allzu oft nicht erkannt, zu welchen Wuchsleistungen und damit zu welcher Gartengröße die Pflanze fähig ist. In Ihrem Fall vermute ich eine Gartenmagnolie. Diese beispielsweise wächst markant stärker und größer als eine Sternmagnolie. Deren Blüte ist auch etwas anders, aber zusammen mit der Endgröße abgewogen, sind Sternmagnolien für kleinere Gärten mitunter die passendere Wahl. Speziell die porzellanrosa Magnolia loebnerie `Leonard Messel´ ist hier zu nennen.
Nun wollen Sie, lieber Herr O., Ihre Magnolie möglicherweise nicht ersetzen, sondern eben nur alle paar Jahre mal einkürzen.

So geht's: Schneiden Sie die Pflanze unmittelbar nach der Blüte. Suchen Sie sich einen Ast der sich an einer Stelle verzweigt die so weit vom Pflanzenzentrum entfernt ist, wie Sie es wünschen. Wenn Sie also die Magnolie um anderthalb Meter einkürzen wollen (im Durchmesser demnach drei Meter), dann suchen Sie diese Verzweigung von der Triebspitze aus betrachtet rund anderthalb Meter entfernt, zur Pflanzenmitte hin. Bei solch passender Verzweigung schneiden Sie den Ast ab. Erscheint Ihnen die Verzweigung (der vom ausgesuchten Ast abgehende Zweig) bei der Sie schneiden optisch überproportional lang, kürzen Sie diese ebenfalls ein.
Das fertige Bild: Vom zurückgeschnittenen Ast geht ein (möglicherweise ebenfalls eingekürzter) Zweig ab. Dessen Knospen bilden ab jetzt die nach außen weisende Zweig- und damit neu geschaffene Astspitze.
Mit diesem einmal gefundenen Schnitt-Punkt haben Sie ein Referenzmaß gefunden, das Sie nun so konsequent wie ein Friseur beim Haare schneiden anwenden: Schneiden Sie nun alle Äste und Zweige der Magnolie bis auf das Referenzmaß zurück (stets bei einer Verzweigung) und die Pflanze ist rundherum gleichmäßig zurückgeschnitten.
Stehen abschließend die verbleibenden Äste (nebeneinander, aber durchaus auch übereinander) sehr dicht, so können Sie nun auch noch ganze verbliebene Äste entfernen, was der Magnolie dann insgesamt wieder einen luftigen Aufbau gibt.

Magnolien treiben willig wieder aus. Bei sehr starkem Schnitt können sie mit Wasserschossen reagieren, das sind senkrecht aus dem Ast heraus wachsenden Trieben. Reißen Sie die bald nach dem Entstehen einfach vom Ast herunter. Nicht schneiden, sonst kommen sie umso buschiger wieder!


Frage von Iris und Erwin B.:

Hallo, Herr Kötter,
wir haben Probleme mit unseren Orchideen im Topf! Wie bekommen diese Pflanzen plötzlich Läuse, obwohl sie an verschiedenen Plätzen stehen? Sind die Stellplätze am Fenster nicht ideal oder verträgt diese Pflanze keinen Durchzug? Vielleicht können Sie als Experte uns wertvolle Tipps geben.

GARDENA Gartenexperte:

Dass Ihre Orchideen Läuse bekommen, liebe Familie B., liegt obwohl sie an verschiedenen Plätzen stehen daran, dass Läuse im Zuge ihrer Generationswechsel rund ums Jahr zwischenzeitlich auch geflügelte Weibchen erzeugen, die von Männchen begattet werden, danach einen günstigen Platz auf einer Pflanze suchen und dort anschließend jede Menge Nachkommen erzeugen. In geflügelter Form, sind die Blattläuse so beweglich wie Stubenfliegen. Will heißen: Sie kommen durch offene Türen und Fenster leicht ins Haus und besiedeln danach durchaus auch Zimmerpflanzen - wie eben Ihre Orchideen. Mit Durchzug hat was Sie beobachten also nichts zu tun. Auch nicht mit dem Standort am Fenster, an den die Orchideen ja gebunden sind - sofern sie nicht von Mai bis September zur Sommerfrische in den lichten Schatten von Gehölzen umgesiedelt werden.
Aus Ihrer Mailanfrage geht nicht hervor, liebe Familie B., ob Sie tatsächlich Blattläuse gemeint haben, oder aber eventuell Napfschildläuse bzw. auch Wollläuse. Auch diese Läusefamilien mit ihren Gattungen und Arten besiedeln Orchideen in Wohnräumen. Im Gegensatz zu zufliegenden Blattläusen werden Napfschildläuse und Wollläuse aber üblicherweise eher über andere Pflanzen (wie Kübelpflanzen oder infizierte Zimmerpflanzen) in die Wohnung getragen. Und dort sind deren Jungtiere zwar ungeflügelt, aber sehr gut zu Fuß.
Blattläuse, Napfschildläuse und Wollläuse bekämpfen Sie zuverlässig mit Ölpräparaten aus dem Fachhandel gegen diese Tiere. Napfschildläuse und Wollläuse möglicherweise wiederholt, weil sie hartnäckiger zu bekämpfen sind.


Frage von Erwin B.:

Hallo,
wie erkenne ich, ob ich Rasensamen noch verwenden kann oder nicht! Ich muss meinen Rasen nachsäen und daher möchte ich schon Samen verwenden, der noch keimt. Wie säe ich in dieser Jahreszeit Rasensamen nach, gibt es da Verschiedenes zu beachten? - Vielen Dank im Voraus für Ihre zügige Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Rasensaatgut, lieber Herr B., ist immer eine Mischung aus verschiedenen Grasgattungen, -arten und -sorten. Deren jeweilige Keimfähigkeit und -willigkeit kann unterschiedlich sein, deswegen gibt es da keine Festlegung, wie lange Rasensaatgut keimfähig und -willig ist. Sofern auf der Verpackung nichts anders angegeben ist, geht der Fachhandel davon aus, dass das darin verwendete Rasensaatgut binnen zwei bis vier Jahren aufgebraucht ist. So lange sind Keimfähigkeit und -willigkeit noch voll okay. Doch auch danach noch, kann das Saatgut durchaus für Rasenreparaturen verwendet werden, dazu reichen Keimfähigkeit und -willigkeit allemal noch aus, etwa weitere zwei, drei Jahre.

Die Antworten müssen insofern vage bleiben als die Lagerungsbedingungen hier mit reinspielen, wobei gilt: Das Saatgut soll trocken lagern, am besten in „atmenden“ Behältnissen, wie einem Stoffbeutel. Frost ist hier kein Thema, mehr ist es zu große Hitze (wie Ofennähe). Mein konkreter Rat: Beim Saatgutkauf, sofern kein Haltbarkeitsdatum vermerkt ist, den Einkaufsjahrgang und -monat auf der Verpackung notieren. Für Aussaaten ist das Saatgut dann wie oben genannt lang verwendbar. Darüber hinaus machen Sie auf begrenzter Fläche erforderlichenfalls eine Keimprobe-Aussaat oder verwenden gleich neue, frische Ware.

Ansonsten erfolgt die Aussaat jetzt im Hochsommer nach den dabei üblichen Spielregeln: Boden aufrauen, Saatgut ausbringen, festtreten oder anwalzen und danach bis zur Keimung leicht feucht halten.

Was Ihre Bitte um „zügige Antwort“ betrifft, so möchte ich zu Ihrem besseren Verständnis noch anmerken, dass ich in meiner Funktion als Ihr GARDENA Gartenexperte keine unmittelbaren persönlichen Antworten an die Fragestellerinnen und Fragesteller versende. Die Antworten erfolgen stets nur im Rahmen des GARDENA Newsletters. Eine Antwort ist also frühestens mit Erscheinen des nächsten Newsletters möglich. Stehen mehr Antworten im GARDENA Newsletter an als darin platztechnisch Raum finden, können sie auch später publiziert werden. Sie können sich sicher vorstellen, dass wir von den mehreren tausend Leserinnen und Lesern zahlreiche Gartenfragen gestellt bekommen. Wie in Ihrem Fall aber auch, berücksichtigen wir bei der Beantwortung auch die Dringlichkeit, denn Ihre Rasenaussaat soll ja noch rechtzeitig vor Beginn des Herbstes erfolgen, damit der Rasen fest eingewurzelt in den Winter geht.


Frage von Hans-Joachim K.:

Sehr geehrte Damen und Herren,
es wäre sehr hilfreich für uns, wenn Sie uns bei einem Problem helfen könnten, für das wir bisher keine Lösung finden konnten.

Zum Sachverhalt: Vor einigen Jahren hat uns ein Gartenbaubetrieb neben die Küchenterrasse einen Bambus gepflanzt (Pseudosasa japonica). Dieser Bambus hat sich seither vergrößert und ist an mehreren Stellen in der Umgebung der eigentlichen Pflanze ausgetrieben.

Nur: beginnend mit dem letzten Jahr und sehr verstärkt in diesem Jahr ist er in unseren Rasen hineingewachsen und treibt dort aus. Schlimmer ist, dass er auf seinem Weg dorthin unter einem Weg hindurch musste, dort aus den Fugen treibt und die Steine anhebt.
Auf den beigefügten Fotos sehen Sie, wie es unter den Steinen aussieht. Uns ist empfohlen worden, den Rasen und insbesondere die Erde darunter auszutauschen, den Weg hochzunehmen und die Erde ebenfalls auszutauschen und notfalls die Pflanze selber wegzunehmen; im Grunde heißt das, den Garten großflächig auszukoffern. - Welchen Rat können Sie uns geben?

GARDENA Gartenexperte:

Den Rat muss ich leider bestätigen, lieber Herr K.. Ich habe geprüft, inwieweit der Einsatz von Herbiziden den Bambus möglicherweise zum Absterben bringen könnte. Ausgewiesene Bambus-Spezialisten aber haben mir mitgeteilt, dass nach deren Erfahrung Herbizide zwar den Halm zum Absterben bringen, dass der Wirkstoff aber nicht das Rhizom der Pflanze in solchem Maße schädigt, dass gleich die ganze Pflanze zuverlässig ausbleibt.

Sorry, aber da bleibt wohl nur der Minibagger. Wobei sich ein kompletter Erdaustausch möglicherweise insofern verhindern lässt, als das Heraussuchen der Rhizome schon halbwegs reichen mag. Allerdings ist nicht auszuschließen (ähnlich Quecke oder Giersch), dass irrtümlich im Boden verbleibende Rhizomreste später wieder austreiben.

Nur, vermute ich, wird das bei sorgfältiger Arbeit in so geringem Ausmaß passieren, dass man die Reste später konsequent mit dem Spaten entfernen kann. Das beschrieben Risiko steht also im Raum. Wenn Sie das zu dulden bereit wären, wären wohl auch die entstehenden Kosten geringer, zumal Aushub, Transport, Deponiekosten und neuer Mutterboden nicht auf der Rechnung stehen würden.

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