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Auch wenn das bisherige Frühlingswetter auf sich warten lässt, stürzen sich unsere Leser bereits auf die kommenden Aufgaben in den Frühlingsgarten.

So beantwortet der GARDENA Gartenexperte dieses Mal Fragen rund um Rasenpflege, (Um-)Pflanzaktionen und Obstbaumschnitt. Hier finden Sie die Antworten zu den aktuellen Anfragen.

Frage von Lydia H.:

Hallo,
ich möchte vier Sträucher setzen. Das Problem ist, die Sträucher müssen sehr windhart sein - wir wohnen im schönen Allgäu! Der Standort ist auf einem Hanggrundstück und in alle Richtungen offen! Über eine Antwort würde ich mich freuen.

GARDENA Gartenexperte:

Da haben Sie verschiedene Möglichkeiten, liebe Frau H.. Nun kenne ich Ihre speziellen Vorlieben (wie Blühzeitpunkt oder Blütenfarbe) und Verwendungsdetails (wie Wuchshöhe) im Hinblick auf Ihre Anfrage nicht. Generell aber kann ich Ihnen folgende Pflanzen zur Auswahl anbieten: Feldahorn und Feuerahorn, Felsenbirne, Erbsenstrauch, Blasenstrauch, Hohe Zierquitte (Chaenomeles lagenaria), Hartriegel, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, Blasenspiere, Gewöhnlicher Schneeball, Wolliger Schneeball, Fingerstrauch, Traubenkirsche, Hundsrose, Kartoffelrose, Vielblütige Rose, Schottische Weinrose, Holunder, Flieder. – Das sind jetzt mal zwanzig Stück für Sie und alle sind besonders gut windverträglich im freien Stand. Beachten Sie aber, dass es speziell in der Anwachsphase der ersten zwei Jahre wichtig ist darauf zu achten, dass der Wind die Pflanzen nicht austrocknet (Windschutz/Gießen). Auch kann darüber hinaus selbst bei gut windverträglichen Arten eben dieser Wind dazu führen, dass sie vergleichsweise langsamer „in Schwung kommen“ und wachsen.


Frage von Wolfgang P.:

Sehr geehrter Herr Kötter,

ich habe Ihre eMail-Adresse dem Gardena Newsletter entnommen. Vielleicht können Sie mir in einer kleinen Angelegenheit helfen. Wir haben fünf kleine Kastanienbäume auf einem Grünstreifen zwischen zwei Grundstücken neben unserem Haus gepflanzt. Eine ist ca. 3 m groß, die anderen ca. 1 m. Dieser Grünstreifen wurde jetzt aufgeteilt und an uns und unseren Nachbarn verkauft. Daher muss ich diese Bäume jetzt verpflanzen. Würden sie mir kurz beschreiben, wie und wann ich das am besten machen kann? Ich bedanke mich schon jetzt für Ihre Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Mache ich gerne, sehr geehrter Herr P.. Bei den kleineren Kastanien (ich denke, dass die so etwa drei Jahre dort stehen) sollte es unkompliziert sein, sie mit möglichst vielen feinfaserigen Wurzeln auszugraben und umzupflanzen. Beim großen im Prinzip auch, bei dem aber müssen Sie umso mehr darauf achten, dass sie viele Feinwurzeln mit aus dem Boden bekommen. Mit dem Umpflanzen eventuelle Verzweigungen der kleinen Kastanien entfernen, den Leittrieb aber nicht schneiden („Stängelschnitt“). Die große Kastanie ebenfalls zurückschneiden, konkret: aufasten bis 2 bis 2,20 Meter, in der Krone nur drei bis fünf Leitäste belassen, Leittrieb nicht beschneiden. Für passende Anwuchsbedingungen am neuen Standort achten (tiefgründig lockerer Boden, Wässern; große Kastanie mit Pflanzpfahl). Bei der Standortwahl beachten, dass Kastanien flach und weit reichend wurzeln. Sie sollten nicht in Abwasserleitungen hinein wachsen können.
Tipp: Zumindest für das Umpflanzen der großen Kastanie könnte es hilfreich sein, sie in etwa 50 bis 70 Zentimeter Abstand vom Stamm jetzt im Frühjahr mit dem Spaten komplett zu umstechen, sie dann im Sommer zusätzliche Feinwurzeln bilden zu lassen und sie danach erst im kommenden Herbst oder Frühjahr umzusetzen. Je nach dem wie es jetzt bereits um ihre Wurzeln steht, würde diese Zwischenmaßnahme die spätere Anwuchssicherheit wirksam erhöhen.


Frage von Alma D.:

Hallo lieber Gardena-Gärtner,
mein Rasen ist durch Raben und Amseln in diesem Winter die reinste Buckelwiese. Tiefe Löcher sind drin und außerdem ist auch noch viel Moos da. Ich habe im Herbst vertikutiert, aber alles hat nicht geholfen. Muss ich nun den Rasen, ist aber etwas groß, neu einsäen? Oder was kann ich machen. Vielen Dank.

GARDENA Gartenexperte:

Das hört sich nach einer gründlichen Frühjahrskur an, liebe Frau D.. Das Vertikutieren im Herbst war bei all dem ja nicht umsonst – den Rasen hat es allemal belüftet. Nur geht es darum jetzt im Frühjahr in Angriff zu nehmen, was der Rasen aktuell offenbar alles braucht.
Die Löcher lassen sich jetzt durch Besanden recht gut füllen, wirklich große Löcher durch Mix aus Sand und Gartenerde auffüllen. Die „Buckelpiste“ dabei durch Harken und ggf. Walzen der Fläche glätten. Anschließend erfolgt die Frühjahrsvertikutierung, gepaart mit Aufkalkung der Rasenfläche (etwa 100 Gramm pro Quadratmeter Düngekalk), Rasendüngung (nach Herstellerangaben) und Nachsaat der Lücken dann, sobald der Boden im April etwa 14 Grad Temperatur erreicht hat (schnelleres Keimen, schnellerer Lückenschluss). Für Ihre Aktionen also in etwa günstigen Zeitpunkt abwarten.
Den Kalk- und Düngerbedarf bekommen Sie genauer als wie hier nach Faustzahl ermittelt, wenn sie über Ihren Gärtner eine Bodenprobe machen lassen, welche dann konkrete Düngeempfehlungen beinhaltet.


Frage von Sigrid K.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
wir haben im letzten Winter unseren sehr alten Apfelbaum von einer Gartenbaufirma schneiden lassen, daraufhin hat der Apfelbaum Unmengen von Wassertrieben gebildet. Was sollen wir tun, um die Wassertriebe loszuwerden und wieder eine schöne Apfelbaumform zu bekommen?

GARDENA Gartenexperte:

Die gute Nachricht, liebe Frau K.: Ja, Sie können im Laufe der Zeit tatsächlich Wasserreiser zu Fruchttrieben umbauen. Die schlechte Nachricht: Eigentlich müsste ich jetzt mit Ihnen zusammen am Baum stehen und Ihnen am Objekt zeigen wie das geht. Nützt aber nichts, wir müssen über die Entfernung hinweg trocken schwimmen – jetzt wird´s etwas kompliziert.
Grundsätzlich ist es ein Zeichen von Vitalität, dass Ihr Apfelbaum nach dem starken Rückschnitt letzten Winter jetzt wie ein Pinsel ausschaut. Generell gilt die Schnittregel: Je stärker der Rückschnitt, desto kräftiger der Austrieb. Oftmals gelingt es dabei, übermäßig viele Wasserschosse dadurch zu vermeiden, dass man dem Baum beim Beschnitt gezielt ein paar „Blitzableiter“ belässt, in die hinein er sich wachstumsmäßig austoben kann. Dazu später mehr.
Wenn Wasserschosse nach dem Schnitt auftauchen, können Sie sie bereits im Mai / Juni ausbrechen. Bei Ihnen gilt jedoch: Sie müssen sie jetzt abschneiden, weil sie nun schon mal da sind. Reißen Sie aber die Nachrücker dieses Sommers entsprechend Mitte Mai / Anfang Juni aus, die Wunden verheilen um diese Zeit schnell.
Beim Schneiden und Abreißen beachten: Triebe die oben bzw. auf der oberen Hälfte auf einem Zweig entspringen müssen Sie definitiv entfernen, weil sie nur ins Kraut schießen. Triebe die unten bzw. auf der unteren Hälfte an einem Zweig entspringen, belassen Sie. Sie können diese zu Fruchttrieben umbauen. Stehen solche „Unten“-Triebe waagerecht oder nach unten geneigt, belassen Sie sie ganz. Stehen sie nach oben gerichtet, kürzen Sie sie ein: je steiler, desto stärker. Eingekürzte Triebe verzweigen sich daraufhin und diese Verzweigungen sind es dann, die teilweise halbwegs waagerecht wachsen und die Sie dann weiter zu Fruchtruten erziehen, indem Sie sie durch Ihre Schnittführung (unterstützendes Herunterbinden ist möglich) möglichst waagerecht ausrichten. Sie werden im Juli an den allen stehen gelassenen waagerechten Zweigen erkennen, dass sich an Ihnen bereits Kurztriebe mit einer runden Blütenknospe an der Spitze entwickeln.
Und so kommen Sie mit den unweigerlich auftretenden Grenzfällen klar: Wenn am Baum nicht ganz eindeutig ist, ob der Trieb an der Zweigmitte ein „Obenzweig“ oder „Untenzweig“ ist und demnach eher belassen oder entfernt gehört, dann entscheiden sie an seiner Steilheit: Je steiler er wächst, desto eher entfernen Sie ihn. Sorry, liebe Frau K., das Thema ist kompliziert und nicht umsonst ein Ausbildungsthema für Profi-Gärtner. Ich versuche aber durch nachvollziehbare konkrete Angaben, Ihnen zu helfen. Und sie haben es richtig erkannt: Dreh- und Angelpunkt des ganze Aufwandes ist es, die senkrecht bzw. steil wachsenden Wasserschosse nach und nach durch waagerecht wachsende Fruchtruten zu ersetzen.
Letzter Akt: die „Blitzableiter“. Je mehr Sie jetzt die Wasserschosse abschneiden, desto stärker wird der Baum durch Bildung neuer reagieren. Viele Hobbygärtner kennen das: Jedes Jahr kommen dann viele neue Wasserreiser, wie ein Perpetuum mobile. Ich reduziere das dadurch, dass ich am Leittrieb und – je nach Kronenaufbau – an zwei, drei Ästen im oberen Kronenbereich gezielt je einen Wasserschoss komplett belasse, der dann zwar wild weiter wächst, dem Baum dafür aber auch den Drang nimmt, an zahlreichen anderen Stellen ebenfalls neue Wasserschosse zu bilden. Solche Blitzableiter belasse ich so lange am Baum, bis ich die anderen Äste wieder ausreichend mit Fruchttrieben ausgestattet und in regelmäßigen Pflegeschnitt überführt habe und sich der Baum damit wieder beruhigt hat. Bis ich die „Austoberuten“ dann ganz entferne, schneide ich sie natürlich jährlich bis auf neue „Blitzableiter“ zurück.


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